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01.10.2013 · Kempten

Ab in den Winterschlaf! - Motorräder richtig „einmotten“

Saisonende · Jetzt kommt die Zeit, die Motorradfahrer gar nicht mögen. Bis auf ein paar ganz Eisenharte lassen die meisten Biker ihr Motorrad in der kalten Jahreszeit in Ruhe. Viele haben eine Saisonzulassung, meist von April oder Mai bis Oktober. Diese Fahrzeuge sind dann ohnehin rund ein halbes Jahr stillgelegt. Was das Motorrad jetzt braucht: Die richtige Pflege.

Stellt man nämlich sein Motorrad einfach so in eine Ecke der Garage oder – noch schlimmer – ins Freie, dann könnte es im Frühling zum Start in die neue Saison zu bösen Überraschungen kommen. Ralf Müller-Wiesenfarth, Leiter des ADAC-Fahrsicherheitszentrums in Kempten, kennt sich bestens aus damit, was einem Motorrad über den Winter gut tut und was nicht.

Welche Maßnahmen sind tatsächlich nötig, um sein Motorrad winterfit zu machen?

Grundsätzlich sollte man sein Motorrad waschen, damit der Dreck unten ist. Es ist ja auch im Frühjar schöner, auf ein sauberes Motorrad zu steigen. Dann den Tank vollmachen, denn der Tank ist meistens aus Stahlblech, das könnte von innen rosten, vor allem wenn das Motorrad draußen steht. Dann wäre nicht schlecht, im Herbst noch einen Ölwechsel zu machen. Wenn er sowieso ansteht, dann lieber im Herbst als im Frühjar, denn dann ist der Dreck draußen. Das frische Öl tut dem Motor gut. Ansonsten den Luftdruck etwas erhöhen, denn das Motorrad steht ja in der Regel auf den Rädern, dann passiert da gar nichts.

Wie kann man den Lack schützen?

Man kann das Motorrad einspühen mit einem schützenden Film. Man nimmt entweder Petroleum oder Waffenöl. Das schadet dem Lack nicht, hilft aber gut gegen Rost.

Was sollte man auf keinen Fall tun?

Man sollte das Motorrad nicht mit dem Dampfstrahler reinigen. Wenn man es tut, dann sollte man tunlichst die Lagerstellen, beispielsweise an den Rädern vermeiden und auch die Kette sollte man auf keinen Fall dampfstrahlen. Für die Kette nimmt man einen Lappen und Petroleum, dann geht der ganze Dreck weg als ob es Staub wäre.

Worauf sollte man beim richtigen Standort achten?

Belüftet wäre nicht schlecht. Denn Kondensflüssigkeit schadet dem Motorrad und ein Motorrad ist nicht so gut korrosionsgeschützt wie ein Auto. Wenn Sie das Motorrad ins Freie stellen müssen, gibt es spezielle Motorrad-Abdeckplanen im Handel, die für Belüftung sorgen.

Ein spezielles Thema ist ja die Batterie. Wie kann man dafür sorgen, dass sie im Frühjahr nicht „tot“ ist?

Wenn Sie die Batterie im Motorrad lassen, wäre es ganz günstig, sie abzuklemmen. Viele Motorräder haben wie moderne Autos einen Rechner drin, der einen Grundstrombedarf hat. Wenn Sie die Batterie nicht abklemmen, gibt es die Möglichkeit, ein Frischhaltegerät anzuschließen, dass es überall im Handel gibt. In der Regel ist es aber so, wenn Sie ein Standardmotorrad fahren, dann hält die Batterie das halbe Jahr problemlos durch.

Früher hat man ja auch sogenannte „Bewegungsfahrten“ gemacht...

Das ist eher eine Geschichte aus der Bundeswehrzeit, da haben wir solche Fahrten aus Langeweile gemacht, nicht aus technischer Notwendigkeit. Heutzutage gilt: Motorrad stehen lassen, fertig.

Was ist mit der Ausrüstung?

Den Helm sollte man reinigen, da haben Sie ja den ganzen Sommer reingeschwitzt, dafür gibt es spezielle Helm-Shampoos. Lederkombi fetten, Textilklamotten waschen, alles trocken lagern. Nicht unbedingt im Keller. Die Klamotten sollten möglichst hängen. Übrigens kann es sein, dass die Klamotten den Winter über einlaufen, also im Frühjahr dann zu klein sind. Das hat aber meistens mehr mit dem Gewicht des Fahrers als mit den Klamotten zu tun...

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Artikelinfos
Autormth, hm
Veröffentlichung01.10.2013
Aktualisierung09.09.2014 08:30
Ort Kempten
Schlagwörterpflege, winter, fahrzeug, batterie, reifen, motorrad
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