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04.04.2012 · Kempten

Zwei Tage lang pilgerten Kemptener zum Heiligen Grab

Erinnerungen an die Aufbauarbeiten mit farbigem Wasser in der Basilika St. Lorenz

Karwoche · Das Heilige Grab gehörte jahrzehntelang zu den aufwendigsten Aufbauten am Hochaltar der päpstlichen Basilika St. Lorenz. Viele Kemptener pilgerten in der Karwoche zwei Tage lang dorthin und erinnern sich noch daran. So beispielsweise Marianne Seitz, die mit ihren Geschwistern 35 Jahre lang beim Dekorieren half.

Zwei Tage lang pilgerten Kemptener zum Heiligen Grab
Zwei Tage lang pilgerten Kemptener zum Heiligen GrabBild: ralf lienert

Vor allem an Ostern wurde jede helfende Hand gebraucht, weiß Marianne Seitz noch. Denn ihr Vater Josef Seitz war sechs Jahre lang Mesner im Augsburger Dom, bevor er nach Kempten wechselte, erzählt die heute 85-jährige.

Am Gründonnerstag wurde die Kirche nach dem Frühgottesdienst abgeschlossen und dann begann ein stundenlanger Aufbau vor dem Hochaltar. Auf einem Gerüst wurden viele Kugeln gestellt und mit Wasser gefüllt: „Anschließend hat mein Vater einige Tropfen Farbe ins Wasser geträufelt.

Die Glaskugeln wurden von hinten beleuchtet und gaben ein stimmungsvolles Bild“. Dann wurde das Allerheiligste ausgesetzt. Zwei Tage lang pilgerten die Kemptener in der Karwoche zum Heiligen Grab. An Karsamstag wurde alles abgebaut und für die Auferstehungsfeier hergerichtet. 35 Jahre lang war Josef Seitz Stadtmesner.

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Sohn Josef jun. wurde nach Kriegseinsatz und russischer Kriegsgefangenschaft Seminarpräfekt in Dillingen, starb jedoch bereits mit 36 Jahren. Die Schwestern Mathilde (84) und Marianne sind der Basilika bis heute verbunden. Sie führen Monsignore Rauh den Haushalt und freuen sich aufs Osterfest. Dass es kein Heiliges Grab mehr gibt, bedauern sie.

 

 

 

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Artikelinfos
Autorli
Veröffentlichung04.04.2012
Aktualisierung17.04.2013 08:59
Ort Kempten
Schlagwörtergrab, basilika, pilger, karwoche
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