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22.02.2012 · Marktoberdorf

Zahn von prähistorischer Tierart am Auerberg entdeckt

Einst räuberten Riesen-Haie rund um den Auerberg

Bb Riesenhai · Da staunte der Hobbygeologe Tobias Klöck nicht schlecht, als er im Mai 2011 an einem Nagelfluhfelsen am Auerberg nach versteinerten Überresten aus längst vergangenen Zeiten suchte. Auf einem heruntergebrochenen Felsen verbarg sich unter einer dünnen, kalkigen Verwitterungskruste der Zahn eines riesigen urzeitlichen Haifisches. Funde von Haifischzähnen im Allgäu sind von vielen Stellen bekannt.

BB Riesenhai
BB RiesenhaiBild: Tobias Klöck
Der Fund eines solch großen Exemplars stelle aber eine außerordentliche Seltenheit dar, so Klöck. Gegenwärtig seien aus dem Allgäu nur wenige Zähne bekannt, die der gleichen Gattung zugeschrieben werden könnten. Sie waren in der Nähe von Kempten gefunden worden. Mit dem aktuellen Fund sei diese Haiart nun auch am Auerberg nachgewiesen.

Der Kaufbeurer Klöck betätigt sich bereits seit etwa zehn Jahren als Hobbygeologe und ist viel auf dem Auerberg unterwegs. Dies sei für ihn der Ausgleich zum trockenen Betriebswirtschaftsstudium. Der Auerberg, so Klöck, fasziniere ihn schon seit einem Besuch im alten Kaufbeurer Stadtmuseum. Dort habe es ein frühgeschichtliches Modell des Auerbergs sowie ein etwa zentimetergroßes Haizahnstück gegeben. Die Vorstellung, dass in seiner Region vor 20 Millionen Jahren Haifische geschwommen seien, habe ihn fasziniert.

Bereits 1906, so Klöck, habe der Kaufbeurer Kurat Christian Frank am Auerberg nach vorgeschichtlichen Zeugnissen gegraben und dabei einen Zahn jener Haiart gefunden. Kurat Franks Fundstück wanderte jedoch vier Jahre später als Geschenk nach Augsburg.

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„Bis auf einen Hinweis in den Berichten des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben und Neuburg aus dem Jahr 1911 gab es bisher keinen Anhaltspunkt dafür, dass diese Haiart, deren entfernter Verwandter der Weiße Hai ist, in den Meeresablagerungen am Auerberg vorkommt“, so Klöck. In diesem Bericht findet sich laut Klöck der Hinweis auf den Haizahn, der 1906 nach Augsburg kam.

Der Hobbygeologe wandte sich an das Naturkundemuseum Augsburg, wo aber nach Durchsicht des Inventars kein Stück gefunden werden konnte, auf welches die Beschreibung zutraf. „Es muss davon ausgegangen werden, dass der Frank?sche Fund während der Kriegsjahre verloren ging“, so der Museumsleiter des Augsburger Naturkundemuseums, Dr. Michael Rummel.

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„Vergleich ist hieb- und stichfest“

Klöck findet es daher umso erfreulicher, dass es wieder einen handfesten Beweis für die Existenz solcher Tiere am Auerberg gebe. Dennoch hat er sich nach dem Fund im Mai letzten Jahres erst jetzt an die Öffentlichkeit gewandt. Zuvor habe er den Fund bestätigen lassen wollen. Dazu habe er den Zahn mit einem Zahn derselben Haiart, den ein Kemptener Sammler bereits hatte datieren lassen, verglichen. „Der Vergleich ist hieb- und stichfest“, so Klöck. Die Existenz der Haiart vor 20 Millionen Jahren am Auerberg sei erwiesen.

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Derzeit ist Klöck in Kontakt mit Astrid Pellengahr vom Kaufbeurer Stadtmuseum. Es würde ihm gefallen, wenn der Zahn dort ausgestellt würde. Schließlich habe dieses Museum sein prähistorisches Interesse erst geweckt und damit zu seinem Fund geführt. (spa, az)

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Artikelinfos
Autoraz
Veröffentlichung22.02.2012
Aktualisierung16.04.2013 12:54
Ort Marktoberdorf
Schlagwörterzahn, fische, geologie, fund
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