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19.11.2011 · Geisenried

Weit über 100 Paar Skier gesammelt - Willi Guggenmos, Alfred Deiser und ihr Geisenrieder Museum

Wintersport · Weit über 100 Paar Skier, „von 1900 bis in die Jetztzeit“, finden sich laut Willi Guggenmos im Skimuseum des SV Geisenried im Sportheim. Dort, zwischen Engrats- und Geisenried, wurde die Saison kürzlich eröffnet – auch wenn draußen der Winter angesichts des grünen Grases auf dem Fußballfeld weit weg zu sein scheint.

1Menschen Skimuseum Geisenried
Bild: Heiko Wolf
Wie viele Alpin-, Sprung-, Langlauf- und Tourenskier dort am Dachboden lagern, weiß Guggenmos nicht. Genug aber, um die Geschichte des Skisports in Geisenried und Umgebung zu erzählen. Von Eschen–skiern mit Lederbindungen, die die Wagner fertigten, bis zu den Langlaufskiern, mit denen sich der Unterthingauer Johann Mühlegg 1993 für die WM qualifizierte.

„Mit Eschenskiern bin ich bis 1960 selbst noch gefahren“, sagt Guggenmos (72). Zusammen mit dem begeisterten Tourengeher Alfred Deiser (73) aus Marktoberdorf ist Sammler Guggenmos einer der Museumsmacher. Obwohl das Sortiment mit dem größerer Häuser in Nesselwang oder Fischen nicht mithalten kann, sind die zwei Familienväter stolz auf ihre Sammlung.

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Ob Skistöcke aus Haselnuss und Bambus mit Schneetellern aus Korbgeflecht, Wehrmacht-Skier der Gebirgsjäger, Eishockeytrikots des damaligen ESVG von 1958, alte Skiwachs-Kisten oder Andenken an Wettbewerbe wie die Skivolksläufe (1970-82): Die Erinnerung ist in Geisenried lebendig – nicht zuletzt durch das Wissen, das Guggenmos und Deiser bei Führungen vermitteln. So erinnert sich Guggenmos gut, wie er und seine Altersgenossen ab 1960 Langlaufskier selbst „bastelten“, indem sie Alpinskier schmäler schnitten. Denn während letztere im Allgäu schon 1890 aufkamen, erlebte das Langlaufen in der Region als Sportart erst seit 1960 seinen Aufschwung. Als lokaler Langlaufpionier war Guggenmos 1964 denn auch an der Gründung der Skiabteilung des SV Geisenried beteiligt, die er 22 Jahre leitete.

Räume platzen aus allen Nähten

Vieles in dem Museum stammt aus Guggenmos’ Besitz: Sein halbes Leben lang sammelt er bereits Wintersport-Exponate, die er sich zumeist schenken ließ. Sein Beruf half ihm bei der Akquise. Als Vermesser im Außendienst kam er viel rum: Seine Sammlung wuchs. Nicht zur Freude seiner Angehörigen, wie er schmunzelnd erzählt. Erst habe die Mutter, dann die Frau über „das Gerümpel geschimpft“. Deshalb war er froh, als ihm der damalige Vereinsvorstand Otto Bayrhof 2003 den Dachboden des Vereinsheims als Museum zur Verfügung stellte. Doch die dort belegten zwei Räume platzen inzwischen aus allen Nähten. Deshalb sei eine Ausweitung aufs ganze Dachgeschoss geplant, erzählt Alfred Deiser. Für 2012 plant der gelernte Techniker Deiser im Skimuseum eine Sonderschau zur Entwicklung von Sicherheitsbindungen.

Er und Guggenmos hoffen, dadurch das Interesse am Museum anzukurbeln, für das sich derzeit vor allem ältere Skifahrer interessierten. Ihren Familien haben sie die Liebe zum Skisport vererbt: „Meine Enkel fahren schon schneller als ich“, erzählt Deiser. Sein Enkel werde zwar erst drei, so Guggenmos. Aber wenn er die Skibegeisterung von dessen Eltern zugrunde lege, habe er keine Bedenken.

Am Samstag, 10. Dezember, 15 bis 17 Uhr, ist das Skimuseum das nächste Mal auf. Weitere Termine nach Vereinbarung: Tel. 08342/4345

 


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Artikelinfos
AutorHeiko Wolf
Veröffentlichung19.11.2011
Aktualisierung16.04.2013 12:52
Ort Geisenried
Schlagwörterpaar, wintersport
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