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09.12.2011 · Kaufbeuren

Verwaltungsausschuss erweitert Angebot der „Kaufbeurer Eigenheimzulage“

Nachwuchs wird belohnt

Baugebiete · 2005 beschloss die Stadt die „Kaufbeurer Eigenheimzulage“. Sie beinhaltet (verkürzt dargestellt), dass Kaufbeurer, die in einem städtischen Baugebiet ein Haus bauen wollen, 5000 Euro Preisnachlass pro Kind beim Erwerb des Grundes erhalten.

Nachwuchs wird belohnt
Bild: mathias wild

Auswärtige wiederum, die im Stadtgebiet ein Eigenheim errichten wollen, erhalten pro Kind 5000 Euro in bar. Eine Bedingung ist, dass mindestens 200 000 Euro verbaut wurden. Und maximal vier Kinder werden gefördert, also ein Zuschuss in Höhe von höchstens 20 000 Euro wird gewährt.

Nun erweiterte der Kaufbeurer Verwaltungsausschuss das Angebot. Bei Alleinstehenden mit Kind muss die Bausumme nur noch 150 000 Euro betragen. Und Kinder, die binnen drei Jahren nach Abschluss des entsprechenden notariellen Kaufvertrages geboren werden, werden auch noch gefördert.

Wie Peter Igel im Gremium ausführte, betrage die Zahl der Kinder, die im Zusammenhang mit der Eigenheimzulage bislang gefördert wurden oder aktuell werden, 89. „Davon sind rund 40 Kinder neue Einwohner von Kaufbeuren.“

Das sei ein Indiz dafür, dass das Kaufbeurer Angebot, das sich seinerzeit in vielen Medien landauf landab widerspiegelte, ein Erfolg sei, so Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU). Ziel war es unter anderem, ein Abwandern der Bevölkerung in die Umlandgemeinden zu verhindern.

„Germaringen und Mauerstetten haben zusammengenommen dreimal mehr Bauland als wir“, so Bosse. Vieles von dem, was auf städtischem Bauland verkauft worden sei, hätte ohne die Eigenheimzulage nicht verkauft werden können, ist sich der Rathauschef sicher. Das „lange brachliegende“ Gebiet in Oberbeuren sei bis auf drei Bauplätze vergeben.

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Und das Baugebiet im Haken „ist voll“.

Bosse hatte angeregt, dass die Bausummen-Mindestgrenze für Alleinerziehende herabgesetzt wird. Es sei eine Frau in seine Sprechstunden gekommen und habe geklagt, dass sie beim besten Willen in ihrer Lage keine 200 000 Euro verbauen könne.

Catrin Riedl (SPD) wünschte, dass für ungeborene Kinder eine Fünf-Jahres-Frist herrschen soll – statt drei Jahre, wie von der Verwaltung vorgeschlagen. Ulrike Seifert (Grüne) stieß ins gleiche Horn. Woanders gebe es gar Sechs-Jahres-Fristen. Doch Peter Igel verwies auf den Topf, der bei einem zu großen Zeitraum ausgeschöpft sein könne.

Aktuell stünden noch 350 000 Euro bereit, eine Wiederaufstockung hänge von künftigen Haushaltslagen ab. Wenn nun fünf Jahre gälten, könne die Summe verbraucht sein.

„Wir wollen nichts versprechen, was wir letztlich dann nicht halten können“, pflichtete ihm Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak bei.

CSU-Fraktionschef Gerhard Bucher betonte, dass eine Ausweitung der Leistungen der Eigenheimzulage doch eigentlich nur im Zusammenhang mit den nächsten Haushaltsberatungen stattfinden dürfe. OB Bosse hielt dagegen: „Das Geld ist ja da“.

Frage der Kontrolle

Ulrike Seifert wünschte sich insgesamt einen bereiteren Ansatz für die Eigenheimzulage. Diese müsse irgendwann auch in Richtung ökologischer und generationenübergreifender Aspekte modifiziert werden. Zudem gebe es heute vielfältige Lebensentwürfe.

„Was ist, wenn zur Alleinstehenden mit Kind ein neuer Partner zieht, der selbst auch noch Kinder hat?“ Dessen Kinder würden nicht berücksichtigt, weil das Ganze auch immer eine Frage der Kontrolle sei.

Wie oft passiere es, dass ein solcher Partner nach einem halben Jahr wieder ausziehe, so Knaak. Catrin Riedls Anregung, eine Fünf-Jahres-Frist für ungeborene Kinder in die Eigenheimzulage einzuarbeiten, erhielt nur zwei Befürworter bei der Abstimmung.

Ansonsten wurde die Eigenheimzulage mit den Modifikationen genehmigt. Das Angebot gilt vorerst bis Ende 2013, dann wird es erneut diskutiert.Das Baugebiet Höhenweg in Oberbeuren ist bis auf drei Plätze verkauft. Für Oberbürgermeister Stefan Bosse eine direkte Folge der „Kaufbeurer Eigenheimzulage“.

 

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Artikelinfos
AutorMarkus Bär
Veröffentlichung09.12.2011
Aktualisierung16.04.2013 09:31
Ort Kaufbeuren
Schlagwörternachwuchs, angebot, immobilien
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