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06.08.2011 · Kaufbeuren

Tag der offenen Tür am Klinikum Kaufbeuren abgesagt

OB Bosse sieht «aufgeheizte Atmosphäre» - Landrat ist verärgert - Drohung gegen Verwaltungsrat

Krankenhauspolitik · Der für heute geplante Tag der offenen Tür am Kaufbeurer Klinikum ist gestern Morgen überraschend abgesagt worden. Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, hatte gestern unserer Zeitung mitgeteilt, dass es eine Bombendrohung gegen ein Verwaltungsratsmitglied aus dem Ostallgäu gegeben habe (siehe auch Allgäu Rundschau). Diese steht im Zusammenhang mit der Entscheidung des Verwaltungsrates, das Marktoberdorfer Krankenhaus zu schließen. Bosse, der eigentlich in dieser Woche im Urlaub weilt, sah «eine extrem aufgeheizte Atmosphäre». Ein Tag der offenen Tür am Klinikum - anlässlich der Fertigstellung eines sanierten Traktes des Krankenhauses - würde vor diesem Hintergrund eher noch Öl ins Feuer gießen.

In der Tat liegen in der benachbarten Kreisstadt Marktoberdorf die Nerven blank. Dort hatte es am Donnerstagabend im Modeon eine Informationsveranstaltung gegeben, zu der über 1000 Menschen kamen. Viele von ihnen waren verärgert und pfiffen den Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut, zugleich stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Kliniken, aus - obwohl er stets gegen die Schließung des Marktoberdorfer Krankenhauses gekämpft hatte.

Auch Marktoberdorfs Bürgermeister Werner Himmer war mit Pfiffen bedacht worden. Zu spät oder zu wenig hätten sich die Akteure für den Erhalt des Marktoberdorfer Krankenhauses eingesetzt. Tosenden Applaus dagegen gab es für Redner, die den Ausstieg aus dem Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren forderten.

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Die Absage des Tags der offenen Tür kann Landrat Fleschhut, der dieses Ereignis heute in Vertretung von Bosse eigentlich hätte eröffnen sollen, nicht verstehen. Die Mitarbeiter des Klinikums hätten viel Arbeit investiert. Ein solcher Tag sei auch keine Jubelfeier. Statt dessen hätte sich das Kommunalunternehmen positiv nach außen präsentieren können.

«Als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender, der beim Tag der offenen Tür den sanierten Trakt in Abwesenheit des Herrn Verwaltungsratsvorsitzenden eröffnen sollte, hätte ich die Chance gesehen, eine Versachlichung herbeizuführen. Anscheinend soll eine unangenehme demokratisch geführte Diskussion in der Kreisstadt aus der kreisfreien Stadt herausgehalten werden», so Fleschhut.

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Nach Angaben der Kaufbeurer Polizei war eine gefährdete Sicherheitslage in Bezug auf den Tag der offenen Tür nicht erkennbar. Es lagen keine Hinweise für eine Bedrohung vor. Auch sei keine Demonstration angekündigt gewesen, so der stellvertretende Kaufbeurer Polizeichef Reinhard Janko. Das sieht auch Bosse so. Ihm sei es bei der Absage ausschließlich um das Atmosphärische gegangen. Der Tag der offenen Tür entfällt ersatzlos.

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Artikelinfos
Autoraz
Veröffentlichung06.08.2011
Aktualisierung25.10.2013 16:04
Ort Kaufbeuren
Schlagwörterklinikum, landrat, verwaltungsrat, stefan bosse
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