Menü Suche Impressum

Ihre Region: 

18.08.2012 · Kaufbeuren

Pilger können auf "Hof der Hoffnung" in Irsee übernachten

Hof der Hoffnung übernimmt bezirkseigenes Wohnhaus in Bickenried

Irsee: Hof Der Hoffnung · Einst war es die Sommerresidenz der Äbte des Irseer Klosters, später wurde der Bezirk Schwaben Eigentümer des Gutes Bickenried. 2007 zog der Hof der Hoffnung (Fazenda da Esperança) in einem Teil des Komplexes ein, um dort ehemaligen Suchtkranken einen Neuanfang zu bieten.

Gut Bickenried Fazenda
Gut Bickenried FazendaBild: Mathias Wild
Nun ist der Hof größer geworden, denn das bisherige Wohnhaus mit Garage, das ein Landwirt nutzte, wurde frei. „Jetzt gehört der gesamte Komplex zur Fazenda“, erklärt Hofleiter Pfarrer Christian Heim.

Die Einrichtung in dem Irseer Ortsteil könne den Zuwachs auch gut gebrauchen, denn in den knapp fünf Jahren ihres Bestehens ist sie deutlich angewachsen. Nach wie vor ist sie zwar nur für etwa 16 Bewohner inklusive des Hofleiters oder freiwilligen Ehemaligen ausgelegt.

Doch das Leben dort müssen sich die Bewohner hart erarbeiten. Anfangs wohnten sie beengt im ehemaligen Abtshaus und bauten die ehemaligen Stallungen zu einem Lager, kleinem Versand, Ställen und einem Café um.

Derzeit arbeiten sie daran, den früheren Schweinestall im rückwärtigen Abtshaus zu einem benötigten Wohn- und Arbeitsbereich auszubauen. Der erste Bauabschnitt ist fertig, doch für den Zweiten reicht derzeit das Geld nicht, so Heim.

anzeige

Denn die Fazenda finanziert sich nur aus Eigenmitteln, die mit einem Versand für Devotionalien oder dem Hofcafé und natürlich Spenden erwirtschaftet werden.

Insofern sei der Umzug des Landwirtes nach Kemnat eine Herausforderung und Chance zugleich: Dort sollen eventuell ein Festsaal, ein Winterschafstall und ein Werkzeugraum entstehen – wenn Geld und Arbeitskraft ausreichen.

Aber vor allem soll das Café erweitert werden und eine größere Küche bekommen. Denn bei schönem Wetter platzt es aus allen Nähten. Dort fanden schon Geburtstagsfeiern und Taufen statt – zwei Betreuer der Einrichtung haben sogar in Irsee eingeheiratet. „Wir haben jetzt viele Kontakte zur Gemeinde und zu anderen Einrichtungen, bekommen auch viele Spenden“, so Heim.

anzeige

Zudem sollen in dem alten Wohnhaus auch Gästezimmer entstehen. Denn der Hof habe jährlich mindestens 1500 Tagesgäste und 300 Übernachtungen von Angehörigen, Ehemaligen und Pilgern, berichtet Heim. Und vor allem sind Firmgruppen zu Besuch, die dort Vorbereitungskurse halten.

Dabei kommt den Bewohner die Rolle zu, auch vom weniger angenehmen Leben in der Welt zu berichten und wie sie es änderten. „Das ist sicherlich auch ein Auftrag von uns – von unserem Glauben zu berichten“, sagt Heim. Denn neben der Arbeit und der Gemeinschaft gehört der Glauben zum zentralen Bestand des Zusammenlebens auf dem Hof.

anzeige

Das findet auch Resonanz: Zu den geistlichen oder festlichen Veranstaltungen auf der Fazenda kommen immer mehr Leute.

So waren beim jüngsten Hoffest rund 800 Besucher. „Das ist eine Bestätigung unserer Arbeit“, meint Heim. Doch noch liegen alte und neue Projekte zum Teil auf Eis, da noch Einnahmen für den weiteren Ausbau fehlen.

Doch die Bewohner arbeiten daran, aus dem Hof zumindest für die Gäste wieder eine besuchenswerte Residenz zu machen.

anzeige
Ihre Meinung
Artikelinfos
Autorfro
Veröffentlichung18.08.2012
Aktualisierung17.04.2013 09:11
Ort Kaufbeuren
Schlagwörterpilger, kirche, religion
anzeige

anzeige