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01.10.2012 · Stiefenhofen

Mehr Krippenplätze für die Kleinsten aus dem Kreis Lindau

Landkreis und Gemeinden arbeiten zusammen – Tagespflege kann Lücken überbrücken

Erziehung · Immer mehr Eltern im Landkreis Lindau suchen einen Betreuungsplatz für ihre Kleinkinder. Von dieser Entwicklung berichtete Jugendamtsleiter Patrick Zobel den Bürgermeistern bei ihrer Versammlung in Stiefenhofen.

Kinderbetreuung
KinderbetreuungBild: Jens Wolf (dpa-Zentralbild)
In Zusammenarbeit mit den Gemeinden versuche der Landkreis Eltern bei der Suche nach einem Betreuungsplatz zu unterstützen. Der Kreis schalte sich vor allem bei der Koordination ein. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Vermittlung einer Tagespflege.

Sie sei ein flexibles Mittel, gerade für Eltern, die eine Betreuung für ihre Kinder früh morgens oder abends sowie am Wochenende brauchen.

Für Zobel ist die gestiegene Nachfrage bei der Tagespflege ein Indikator dafür, dass mehr Plätze im Krippenbereich gesucht werden. „Der Bedarf für Betreuung von Unter-Drei-Jährigen steigt“, betonte Zobel. Grund sei auch die hohe Beschäftigung im Landkreis.

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Kinderbetreuung
KinderbetreuungBild: azv
Das lässt sich auch konkret an Zahlen festmachen. Während es vor fünf Jahren im Landkreis noch 262 Plätze für Unter-Dreijährige gab, sind es inzwischen über 400.

Zudem werden immer mehr Kinder und Jugendliche (6 bis 14 Jahre) zusätzlich zur Schule betreut – etwa in Horten. Innerhalb von fünf Jahren stieg diese Zahl von 400 auf 923.

„Wir kommen bei der Beratung an unsere Grenzen“, sagte auch Heike Schemmel, die sich beim Kinderschutzbund um die Vermittlung von Tagespflege kümmert. Zudem stelle sie eine „ungute Entwicklung“ fest.

Immer öfters müsse sie Eltern einen Platz bei einer Tagesmutter vermitteln, obwohl diese eigentlich auf der Suche nach einem Krippenplatz sind. So würden dort Plätze blockiert.

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Immer schwieriger werde es zudem Tagespflegeeltern zu finden, die für „ein bescheidenes Einkommen“ Kleinkinder stundenweise betreuen, betonte Zobel. Auch in Scheidegg ist die vom Jugendamtsleiter skizzierte Entwicklung sichtbar.

Vor vier Jahren hat die Marktgemeinde eine Kinderkrippe gebaut, zwischen fünf und sechs Plätzen waren damals gefragt, so das Ergebnis einer Umfrage unter den Eltern. Inzwischen ist die Kinderkrippe mit 15 Plätzen voll belegt. Von zwei größeren Unternehmen weiß er, dass sie planen eine Kinderkrippe einzurichten.

Räume flexibel nutzen

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Pfanner plädierte außerdem dafür Räume flexibel zu nutzen und nicht unbedingt einen Neubau zu planen. Für eine Zusammenarbeit unter den Gemeinden sprach sich Stiefenhofens Bürgermeister Anton Wolf aus. „Es muss nicht jeder alles anbieten.“

Er sprach außerdem die schwierige Situation an, in der sich die Gemeinden befinden. Auf der einen Seite stehe die gesetzliche Verpflichtung, auf der anderen die Unsicherheit, wie sich die Regelung mit dem Betreuungsgeld weiter entwickelt. „Vielleicht hält das Betreuungsgeld einige Eltern davon ab, ihr Kind in die Krippe zu schicken.“

Von einem kuriosen Fall in Sachen Kinderbetreuung berichtete Ursula Sauer, Bürgermeisterin in Bodolz. Weil die Nachfrage nach einer Betreuung da war, hat sich der Ort 2009 für eine Großtagespflege eingesetzt. Sie hat Räume zur Verfügung gestellt, die Einrichtung gestellt, und beschäftigt das Personal. Acht Kinder werden dort betreut.

Was den Eltern aus Bodolz gefällt, kommt auch in der benachbarten Stadt Lin–dau gut an. Und so war zeitweise das Verhältnis 1 zu 7 – ein Kind kam aus Bodolz, der Rest aus Lindau.

Eine Anfrage bei der Stadt Lindau, ob sich diese bei den Mietkosten beteiligen wolle, wurde dankend abgelehnt, mit der Begründung, dass die Großtagespflege in die Zuständigkeit der Jugendpflege im Kreis falle, berichtet Sauer. Sie bat das Jugendamt sich in der Sache vermittelnd einzuschalten. Jurist Tobias Walch kündigt an, dass sich das Landratsamt darum kümmern werde.

Verantwortung der Eltern

Heimenkirchs Bürgermeister Markus Reichart plädierte dafür, die Verantwortung auch bei den Eltern zu lassen. Koste ein Nebenjob soviel wie die parallel dazu laufende Kinderbetreuung, müssten sich die Eltern fragen, ob dies wirklich sinnvoll sei. „Um dennoch soziale Kontakt zu pflegen, empfehle ich in solchen Fällen etwa eine Mutter-Kind-Gruppe.“

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Artikelinfos
AutorAnna Feßler
Veröffentlichung01.10.2012
Aktualisierung16.04.2013 12:42
Ort Stiefenhofen
Schlagwörterbetreuung, krippe, plätze
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