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23.09.2011 · Kaufbeuren

Louis Knie präsentiert bis Sonntag in Kaufbeuren ein Programm der anderen Art

Eine Manege voller Wasser

Zirkus · Aufgewachsen ist Louis Knie zwischen Elefantenstall und Manege. Die gesamte Schulzeit absolvierte er im fahrenden Klassenzimmer, mit 13 präsentierte er seine erste Nummer mit sieben indischen Elefanten, später wirbelte er mit Sprüngen auf dem Schleuderbrett durch die Luft.

Zirkus Circus Knie
Bild: Stephan Schöttl

Heute ist Knie 37 Jahre alt und als Chef der traditionsreichen Schweizer Zirkusfamilie unterwegs - in der siebten Generation. Der Tross mit knapp 80 Artisten, Arbeitern und Angestellten gastiert noch bis Sonntag auf dem Kaufbeurer Tänzelfestplatz, schon in den vergangenen Tagen ist dort eine kleine Zirkusstadt entstanden.

Knie ist auch hier ständig unterwegs. Sind die Artisten schon alle angereist? Haben die Tiere genügend Auslauf? Ist der Zeltaufbau im Zeitplan? Neun Stunden haben die Mitarbeiter Zeit, die Spielstätte zu errichten. 1260 Besucher haben darin Platz. Und sie bekommen in diesem Jahr etwas Besonderes zu sehen: eine Mischung aus traditionellen Zirkuselementen und der laut Knie „größten mobilen Wassershow in Europa“.

Während der Pause wird die Manege zu einem riesigen Bassin umgebaut. 150 000 Liter Wasser fasst das Becken. Fünf Pumpen füllen es in gerade einmal knapp zehn Minuten mit einer Leistung von bis zu 600 Litern pro Minute. Und selbst das wird bei Knie zum Spektakel. „Das Wasser wird nicht einfach mit Schläuchen ins Zelt befördert, sondern kommt durch den Rachen von Drachen.

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Die Leute sprechen darüber, egal, in welcher Stadt wir spielen“, erzählt der Zirkusdirektor. Dazu gibt es 50 farbige Unterwasserscheinwerfer und Fontänenspiele in bis zu acht Metern Höhe. Aus hygienischen Gründen, erzählt Knie, müsse das Wasser aber in regelmäßigen Abständen komplett ausgewechselt werden.

Das Regiebuch für die Wassershow hat der 37-Jährige selbst geschrieben. Musik, Beleuchtung und Wassertechnik sollen sich mit den Darbietungen perfekt ergänzen. Darbietungen, die auf, in und über dem Bassin stattfinden. Die Idee ist nicht neu. Bereits 1969 und 1989 zeigte der Circus Louis Knie ein ähnliches Programm. Schon seit drei Jahren hat sich der Chef damit befasst, die „Aquamanege“ noch einmal neu aufzulegen. Unterstützt wird er dabei von einem Allgäuer: Elmar Kretz ist 33 Jahre alt und stammt aus Lindenberg im Westallgäu.

Über den Zirkus kam er zum Varieté, betreibt derzeit unter anderem den Ravensburger Weihnachtscircus, den Singener Wintercircus und die Dinner-Show „Buenissimo“. Alle Artisten und Künstler wurden speziell für die Wasserspiele ausgesucht, doch Knie betont, dass trotz aller Spezialeffekte auch der traditionelle Zirkus nicht zu kurz kommt. Sprich: Auch Tiere und Clowns gehören zur Gala, wie man das von einem großen, internationalen Zirkus erwartet.

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Artikelinfos
AutorStephan Schöttl
Veröffentlichung23.09.2011
Aktualisierung27.09.2013 13:36
Ort Kaufbeuren
Schlagwörterwasser, sonntag, programm, zirkus
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