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31.10.2009 · Kempten (fe)

«Kein Leinenzwang für Hunde»

Protest - 700 Bürger wollen keine Verordnung, doch Verwaltung bleibt hart

Kempten · Gegen Leinenzwang für Hunde im Stadtgebiet sind Susanne Fritsch und Centa Hirsch. 700 Kemptener haben diese Forderung mit ihrer Unterschrift unterstützt. Jetzt haben die beiden Hundebesitzerinnen die Sammlung an Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer übergeben. Beide Seiten betonten, dass sie sich ein vernünftiges Miteinander wünschen. Laut Netzer wird jedoch nicht am Leinenzwang gerüttelt. Außerdem gebe es genügend Flächen, auf denen Hunde auch ohne Leine laufen dürften.

«Kein Leinenzwang für Hunde»
«Kein Leinenzwang für Hunde»Bild: martina diemand

Die Anleinpflicht gilt in den Landschaftsschutzgebieten entlang beider Iller- und Rottachufer. Auch an Herrenwieser, Schwabelsberger, Bachtel- und Stadtweiher müssen Hunde an die Leine. Das gleiche gilt für städtische Grünanlagen, Parks und Wege.

«Die Besitzer müssen selbst erkennen, wann der Hund an die Leine gehört», meinte Fritsch. Netzer konterte, dass nicht jeder verantwortungsvoll mit seinem Hund umgehe. Das gelte vor allem für die Hinterlassenschaften der Tiere. Dieses Problem sei untrennbar mit dem Leinenzwang verbunden. Beispielsweise erzählte Netzer, dass kürzlich ein freilaufender Hund sein Geschäft mitten auf einem Kinderspielplatz verrichtet habe. Passanten, die das Frauchen darauf ansprachen, hätten nur «dumme Sprüche» als Antwort bekommen.

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Fritsch und Hirsch meinten, dass es immer unverbesserliche Menschen gebe. Die verantwortungsbewussten Hundebesitzer dürften aber nicht darunter leiden. «Wir müssen uns an die Anleinpflicht halten», betonte Hirsch, die langjährige Vorsitzende des Tierschutzvereins war. Trotzdem wünschten sich die Frauen, dass die Stadt auf Kontrollen verzichtet: «So wie es in den letzten Jahrzehnten war.» Dazu wollte Netzer allerdings nichts sagen.

Die Anleinpflicht gelte so und so nur für acht Prozent des Stadtgebiets. «Das beinhaltet natürlich oft die beliebten Spazierwege», räumte er ein. Laut Hirsch ist es nicht leicht, Alternativen zu finden, damit die Hunde sich frei bewegen können. «Viele Wiesen sind landwirtschaftlich genutzt», meinte sie. Und im Wald sei die Gefahr groß, dass das Tier eine Fährte aufnimmt und Wild nachstellt. In diesem Fall dürfen Jäger sogar auf den Hund schießen.

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Als alternative Lösung brachten die Frauen sogenannte Hundemeilen ein. Das sind eingezäunte Bereiche, in denen die Tiere sich frei bewegen können. Netzer zeigte sich davon wenig begeistert: «Das würde eine Eingrenzung von Hunden und ihren Haltern mit sich bringen.» Weiterhin wies der Oberbürgermeister darauf hin, dass die Stadtverwaltung gerade an einer Broschüre für Hundebesitzer arbeitet. Wie Stadtdirektor Wolfgang Klaus auf Anfrage erläuterte, soll darin dargestellt sein, wo Anleinpflicht herrscht und wo nicht. Erscheinen soll das Blatt im November.

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Autorfe
Veröffentlichung31.10.2009
Aktualisierung02.06.2011 20:41
Ort Kempten (fe)
Schlagwörterhund
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