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13.01.2007 · Allgäu

Katharina von Cranach übernimmt Leitung von Monika Schulz

Frauentelefon will Migrantinnen einbinden Kaufbeuren (kle). „Sie waren jetzt mein Engel!“ Über ein solches Kompliment würde sich wohl jeder freuen. Eine Auszeichnung, die im Gedächtnis aufbewahrt wird. Monika Schulz, die scheidende Leiterin des Frauentelefon Kaufbeuren-Ostallgäu erhielt sie von einer Anruferin nach einem intensiven Gespräch und wird sich, wie sie selbst erzählt, immer daran erinnern. Sie übergab nun rückwirkend zum Jahresanfang die Leitung an Katharina von Cranach.

Die Vorarlbergerin Schulz arbeitete sechs Jahre lang, davon über zwei Jahre als Leiterin, beim Frauentelefon mit. Nun zieht es sie wieder zurück ins heimatliche Feldkirch. Doch Schulz weiß ihr Werk in guten Händen. Nach ihrem Vorschlag wurde die Psychologin Katharina von Cranach mit überwältigender Mehrheit (98,8 Prozent) von den Mitarbeiterinnen des Frauentelefons für eine Amtszeit von zwei Jahren zur Nachfolgerin gewählt.

Aufgabe des Frauentelefons ist es, den Anruferinnen, deren Anonymität in jedem Fall gewahrt bleibt, die richtige Lebenshilfe zur Selbsthilfe zu geben. „Oft muss nur aus einem bestehenden Tunnelblick heraus die Perspektive geöffnet werden“, weiß Cranach aus ihrer bereits zweijährigen Erfahrung am Frauentelefon. Ob es nun neben vielen anderen Problemen um Unterhaltsproblematik oder Einsamkeit und Isolation im Alter geht, die ehrenamtlichen Damen am Telefon hören zu, verweisen auf Stellen, die weiterhelfen können und geben Tipps.

In der Anonymität fällt es oft leichter, über bedrückende Probleme zu sprechen, doch manchmal bleibt es in der Leitung auch stumm. Da heißt es Mut machen, Ideen geben und motivieren. „Abgebrüht wird man bei dieser Tätigkeit nie“, berichtet Cranach, deshalb werden die Situationen alle vier bis sechs Wochen in der Gruppe besprochen. „Durch diesen Austausch lernt man dazu“, weil auch der Blickwinkel der Kollegen den eigenen erweitert.

Zum Jahresende 2006 musste ein Viertel der Mitarbeiterinnen aus familiären oder beruflichen Gründen ihre ehrenamtliche Tätigkeit beim Frauentelefon aufgeben, so dass die noch verbliebenen 18 Frauen die angebotene Telefonzeit (Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr, Montag bis Donnerstag 18 bis 21 Uhr) nicht mehr ohne Überbelastung abdecken können. Nun werden dringend Nachrückerinnen gesucht, die dafür eine spezielle Ausbildung erhalten. Dabei soll ein neues Projekt besonders die Migrantinnen in Kaufbeuren und dem Landkreis Ostallgäu in diese Arbeit einbinden. Damit würden für die Anruferinnen aus anderen Sprach- und Kulturkreisen bessere Voraussetzungen geschaffen.

In Zusammenarbeit mit dem Integrationsforum Kaufbeuren und dem Aussiedlerbeauftragten Alfred Riermeier soll damit ein lebendiger Beitrag zur Integration an der Basis geschaffen werden. Die neue Vorsitzende wünscht sich dazu jeweils zwei bis drei türkische und russische Frauen, die neben der Standardausbildung eine gezielte Ausbildung im bayerischen Zentrum für transkulturelle Medizin erhalten. Damit könnte auch das nötige Verständnis für Probleme in bikulturellen Partnerschaften mit dem entsprechenden Hintergrundwissen ergänzt werden.

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Artikelinfos
Veröffentlichung13.01.2007
Aktualisierung03.06.2011 16:04
OrtAllgäu
Schlagwörterfrauentelefon
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