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10.04.2013 · Kempten

Gericht Kempten: Kind Drogen gegeben und zusammen Pornos geschaut

Missbrauch · Normal? Nein, „normal“ findet es niemand im Raum, was sich da zwischen dem 55-Jährigen und dem 13 Jahre alten Buben abgespielt hat. Im Gegenteil: „Mich schüttelt es“, meint die Staatsanwältin.

Justiz Gericht Schlichten Richter Gesetz
Justiz Gericht Schlichten Richter Gesetz
Dem Sohn einer Bekannten Drogen zu geben, mit ihm in einem Keller zu leben, gemeinsam Pornos anzusehen und zu masturbieren, den Buben in einem Fall sogar zu berühren - „wenn Sie das als normal hinstellen wollen, ist das unglaublich“, sagt die Staatsanwältin zum Angeklagten.

Am Ende erspart der Mann dem Kind durch sein Geständnis wenigstens die Aussage vor Gericht - und bekommt wegen Kindesmissbrauchs in acht Fällen, Verabreichen von Betäubungsmitteln an Minderjährige sowie wegen Autofahrens ohne Führerschein und Verstoßes gegen das Arzneimittel- und Patentgesetz ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung. Zusätzlich muss er 2000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen.

Der 55-Jährige ist ganz ruhig, der Kopf liegt in eine Hand gestützt. Ganz anders als noch kurz zuvor, während seiner Aussage. Da verhaspelt sich der schmale Mann beinahe vor Aufregung, spricht hektisch. Vor allem, wenn er von der Mutter des Buben erzählt, mit der er eine kurze Affäre hatte, die mit dem Kind so überfordert sei, dass sie es in seine Obhut gab. Wobei Fachleute das Wort Obhut wohl kaum gebrauchen würden – schließlich holte am Ende das Jugendamt den Buben ab.

 

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Artikelinfos
Autorsh
QuelleAllgäuer Zeitung
Veröffentlichung10.04.2013
Aktualisierung16.04.2013 10:59
Ort Kempten
Schlagwörterdrogen, missbrauch, pornos, urteil
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