Menü Suche Impressum

Ihre Region: 

16.02.2012 · Buchloe

Geduldsprobe in Buchloe auf Schienen und Straßen

Züge haben große Verspätung oder fallen aus – Reisende nehmen es meist gelassen – Blechschäden durch „Rutscher“

Recover_typ42-5sp · Auf dem Steinfußboden im Buchloer Bahnhof bilden sich große Pfützen. Die Sitzplätze sind rar; trockene Abstellplätze für das Gepäck ebenfalls. Immer mehr Menschen drängen in den kleinen, zugigen Raum. Der Blick auf die Anzeigetafel verheißt nichts Gutes: 30 Minuten Verspätung sind das Mindeste. Am Buchloer Bahnhof ging gestern zeitweise nichts mehr.

Schnee
Bild: Hehl
Bis zu zwei Stunden mussten die Reisenden auf ihre Züge warten, einige fielen gar aus. In unregelmäßigen Durchsagen am Bahnsteig ist von „Wetter bedingen Verzögerungen“ und „Schnee in den Gleisen“ die Rede. Der junge Bahnmitarbeiter am Schalter ist sichtlich im Stress. Immer wieder klopfen die Kunden gegen die Scheibe, wollen wissen, wann ihr Zug kommt, wie es nun weitergeht, ob sie ihren Anschluss noch erreichen.

Schnee blockiert die Weichen

Vor allem Schneeverwehungen in den Weichen sind es, die für die Verzögerungen sorgen. „Kaum ist eine Weiche wieder freigeschaufelt, ist die Nächste dicht. Die Weichenheizungen kommen bei so einem Wetter nicht mehr nach“, sagt Anton Hartl, der Bezirksleiter Betrieb bei DB Regio im Stellwerk Buchloe.

anzeige

Dort hat auch Fahrdienstleiter Erwin Bier alle Hände voll zu tun. Wegen des Schnees in den Weichen ändern sich ständig die Ein- und Ausfahrtsgleise der Züge. Bier stellt Signale und Weichen, koordiniert und warnt die Räumkräfte und gibt seinen Kollegen am Schalter Auskünfte über neue Verspätungen.

Neun Weichenräumer waren gestern in Buchloe im Einsatz. „Zusätzlich zu unserem Personal haben wir Männer, die wir über den Maschinenring kurzfristig anfordern können“, erklärt Bezirksleiter Hartl. Und die schaufeln und kehren im Schneegestöber, was das Zeug hält. Rund 40 Weichen fallen in ihren Aufgabenbereich. Von den Ausmaßen der Verspätungen ist ihnen nichts bekannt. „Wir tun halt, was wir können“, versichert einer der Männer.

Zu schnell auf glatten Straßen

Am Bahnsteig drei frieren einer Frau aus Langerringen derweil die Zehen ein. Seit einer Stunde steht sie schon dort, will gerne weiter nach München. Dass sie nun länger als geplant auf ihre Verbindung warten muss, nimmt sie dennoch gelassen: „Mit dem Auto zu fahren, wäre bei den Verwehungen noch schlimmer.“

Tatsächlich: Auch bei der Buchloer Polizei häuften sich gestern Vormittag die Unfallmeldungen. „Wir hatten einige Rutscher – meist aufgrund zu schnellen Fahrens auf schlechten Straßenverhältnissen“, berichtet ein Beamter. Die Unfälle hätten sich aber im Bereich von Blechschäden bewegt. „Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden“, so die Polizei. Auch zwischen Bronnen und Waal blieben einige Autos in Schneewehen stecken.

Am Bahnhof kommt mittlerweile etwas Bewegung auf. Die Stimme aus dem Lautsprecher kündigt einen Regionalexpress aus Memmingen an. Die Reisenden packen ihre Koffer und Taschen und machen sich auf in Richtung Bahnsteig zwei.

Kurz darauf fährt der Zug wirklich ein. Dicke Eiszapfen hängen an der Front der Diesellok und zwischen den Rädern. „Was so ein bisschen Schnee ausmacht“, wundert sich ein junger Mann, der mit seinem Smartphone hantiert. Eine Bahn-App zeigt ihm an, wie viel Verspätung der Zug hat. „Ich wusste das schon, bevor hier die Durchsage kam“, grinst er: „90 Minuten“.


anzeige
Ihre Meinung
Artikelinfos
AutorKArin Hehl
Veröffentlichung16.02.2012
Aktualisierung17.04.2013 11:06
Ort Buchloe
Schlagwörterwetter, bahn, verkehr, unfall
anzeige

anzeige