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17.02.2012 · Kaufbeuren

Fliegerhorst Kaufbeuren: Prüfung dauert Pohl zu lange

Vorgelegter Zeitplan zur Privatisierung der Fluglotsenausbildung verschrecke Interessenten – Brief an Zeil

Bundeswehr · Wegen des vom Verteidigungsministerium vorgegebenen Zeitplans sieht der Kaufbeurer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (Freie Wähler) die zivil-militärische Kooperation bei der Fluglotsenausbildung auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst „grundsätzlich gefährdet“. Wie berichtet soll erst Ende 2014/Anfang 2015 die Wirtschaftlichkeitsberechnung vorliegen, ob eine private oder bundeswehreigene Ausbildung der Fluglotsen kostengünstiger wäre. Das wurde nach der ersten Sitzung der dafür installierten Arbeitsgruppe des Bundesverteidigungsministeriums bekannt.

Prüfung dauert Pohl zu lange
Prüfung dauert Pohl zu langeBild: mathias wild

„Ein fataler Zeitplan“, urteilt Pohl nun in einer Pressemitteilung. Denn durch eine über zwei Jahre dauernde Entscheidungsfindung würden derzeit vorhandene, konkrete Optionen für eine zivil-militärische Nutzung des Fliegerhorstes Kaufbeuren gefährdet. Die Firma „e.sigma“ beispielsweise hat laut Pohl mit der Russischen Akademie der Wissenschaften bereits einen Kunden an der Hand. „Das Unternehmen kann aber nicht bis zum Jahr 2015 warten, ob es zum Zug kommt oder nicht“, so der Abgeordnete. Aus Sicht der Industriepartner müssten dessen Kunden zeitnahe und verlässliche Angebote erhalten, um in konkrete Verhandlungen einsteigen zu können.

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Außerdem sei es seiner Einschätzung nach kaum denkbar, dass die derzeit geplante Verlagerung der Fluglotsenausbildung nach Erndtebrück bis 2015 total zurückgestellt werde, da hier bindende Beschlüsse vorlägen. Ganz anders bewertete Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) die Situation. Er ging nach der Tagung der Arbeitsgruppe in Kaufbeuren davon aus, dass durch den vorgelegten Zeitplan die Ausbildung der Bundeswehr-Fluglotsen in Kaufbeuren bis zu einer endgültigen Entscheidung, ob Privatisierung oder nicht, auf jeden Fall auf dem hiesigen Fliegerhorst bleibt.

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Pohl schaltete nun den bayerischen Wirtschaftsminister Zeil ein. In einem Brief schildert er ihm die Problematik und bittet ihn um Hilfe. Denn Pohl fürchtet, dass mit der Verlagerung der Fluglotsenausbildung nach Erndtebrück bald begonnen und „sukzessive vollendete Tatsachen geschaffen“ werden. Damit wäre „ein hoffnungsvolles, zukunftsweisendes und für den Freistaat Bayern im Allgemeinen und Kaufbeuren im Besonderen wichtiges Projekt nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt.“ Zudem würden möglicherweise Steuergelder verschwendet, wenn zunächst in Erndtebrück investiert und die Fluglotsenausbildung am Ende doch privatisiert werde. (az/rm)

 

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Wegen des vom Verteidigungsministerium vorgegebenen Zeitplans sieht der Kaufbeurer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl die zivil-militärische Kooperation bei der Fluglotsenausbildung auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst gefährdet. Foto: Wild

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Artikelinfos
Autoraz
Veröffentlichung17.02.2012
Aktualisierung16.04.2013 12:33
Ort Kaufbeuren
Schlagwörterschließung, fliegerhorst, landtagsabgeordneter, freie wähler
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