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17.08.2011 · Weiler

Energiewende: Weiler Politiker besuchen Vorbildskommune Wildpoldsried

Landrat Elmar Stegmann und Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter in der Vorbildkommune Wildpoldsried (Oberallgäu) - Wind und Sonne kann man nicht ausreizen

Regenerative Energien · «Nur mit den Bürgern und nicht gegen sie wird die Energiewende vor Ort gelingen.» Davon zeigte sich Landtagsabgeordneter und CSU-Ortsvorsitzender Eberhard Rotter nach dem Besuch des CSU-Ortsverbandes Weiler-Simmerberg-Ellhofen sowie weiterer Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Lindau in der Oberallgäuer Gemeinde Wildpoldsried überzeugt.

Windkraftanlagen
Windkraftanlagen
Bürgermeister Arno Zengerle berichtete von der Entwicklung, die der 2500-Einwohner-Ort in den vergangenen 15 Jahren hin zu einer Vorbildkommune im Bereich regenerativer Energien, Energieeinsparung und Energieeffizienz gemacht hat.

Energieeinsparung, der maximale Einsatz von regenerativer Energie, die Verwendung ökologischer Baustoffe bei Baumaßnahmen sowie der Schutz der ober- und unterirdischen Wasservorkommen und die ökologische Abwasserreinigung seien die Ziele, an denen sich die Gemeinde konsequent ausrichte.

Eine Biomasse-Dorfheizung verbinde alle öffentlichen Gebäude. Viele Privathaushalte, die an dem Leitungsstrang liegen, hätten sich ebenfalls angeschlossen.

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Das in einer großen Biogasanlage außerhalb des Ortskerns erzeugte Gas speist vier Blockheizkraftwerke, die alleine das gesamte Dorf mit elektrischer Energie versorgen könnten. Das Nahwärmenetz umfasse 2,5 Kilometer.

80 Prozent Strom gespart

Die Sporthalle und auch ein Parkhaus sind in Holzbauweise errichtet worden. Neben 190 Fotovoltaik-Anlagen und 140 thermischen Solaranlagen gäbe es im Dorf vier Geothermieanlagen und drei Wasserkraftanlagen, wie der Bürgermeister auflistete.

Durch den Austausch ihrer stromfressenden Heizungsumwälzpumpen gegen ein neues Gerät mit einer energiesparenden Technik, hätten die Bürger und die Gemeinde eine Stromersparnis von über 80 Prozent erzielt.

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Die weithin sichtbaren Windräder fanden das besondere Interesse der Besucher. Derzeit seien zwei weitere Windräder als «Bürgeranlagen» in der Planung, wie Zengerle bekannt gab. Das nötige Eigenkapital von vier Millionen Euro sei mit 180 Beteiligungen bereits überzeichnet.

Da der einzelne Bürger als Miteigentümer von der Windkraft profitiere, gäbe es kaum Akzeptanzprobleme, obwohl bei extremer Kälte und je nach Windrichtung Schall und Schattenwurf Probleme machen könnten. Der Bürgermeister hielt daher Abstände von mindestens 800 Metern zur nächst gelegenen Wohnbebauung für sinnvoll.

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Nicht ohne Stolz verwies Zengerle darauf, dass Wildpoldsried bereits derzeit mehr als dreimal so viel Strom erzeuge, als im Gemeindegebiet verbraucht werde. «Mit Biogas und Hackschnitzelheizungen sind wir im Oberallgäu mittlerweile an Grenzen gestoßen. Wind und Sonne kann man jedoch nicht ausreizen», resümierte Zengele abschließend.

Landrat Elmar Stegmann, Stiefenhofens Bürgermeister Toni Wolf und Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter waren sich einig, dass die Energiewende nur gelingen könne, wenn die Erzeugung regenerativer Energie auch vor Ort erhöht werde. Zunächst sei jedoch ein regionales Energiekonzept zu erstellen, das dann Schritt für Schritt gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden solle.

Auch das Thema Windkraft müsse in die Überlegungen einbezogen werden.

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Artikelinfos
Autorwa
Veröffentlichung17.08.2011
Aktualisierung23.08.2013 14:13
Ort Weiler
Schlagwörterpolitiker, regenerativ, windkraft
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