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17.08.2011 · Oberreute

Energieteam aus Oberreute erarbeitet Klimaschutzkonzept

Oberreute hat Windkraft-Potenzial und könnte damit Elektroautos antreiben - Bevölkerung soll einbezogen werden - Individualverkehr belastet Umwelt am stärksten

Klimaschutzkonzept · Beim Energieverbrauch liegen die privaten Haushalte und der Individualverkehr in Oberreute mit einem Anteil von 41 und 39 Prozent nahezu gleichauf - beim Schadstoffausstoß ist die Situation eindeutiger: 47 Prozent aller Emissionen stammen von Pkw und Lkw.

Windkraft
Windkraft
Hier sieht Edgar Nacken vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) auch den Hauptansatzpunkt, um die Bilanz von Oberreute zu verbessern. Bei der Vorstellung des Klimaschutzberichtes im Gemeinderat betonte er gleich mehrfach: «Es ist wichtig, die Bevölkerung einzubinden und für das Thema zu begeistern.»

Das wird nun in den nächsten Monaten Aufgabe des sechsköpfigen Energieteams sein, das den Bericht seit Mai 2010 erarbeitet hat. Und dabei kamen einige Besonderheiten der Gemeinde zutage. So die hohe Zahl von Ferienwohnungen (rund 750), von denen viele mit Strom beheizt werden. Jedoch: «Auch ohne sie würden nur sieben Prozent weniger Strom verbraucht», so Nacken.

Denn: Die Wohnungen werden nur zeitweise genutzt. Im Vergleich mit den anderen elf Kommunen im Landkreis, die ebenfalls mit der Eza zusammenarbeiten, ist Oberreute mit 1,7 von 10 Punkten Schlusslicht. Der Wert drückt aus, wo die Gemeinde hinsichtlich des Energiesparens und der Emissionsvermeidung steht. Für Nacken ist klar: «Sie haben Potenzial.

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» Das gilt für die Einsparung beim Stromverbrauch ebenso wie mit Blick auf die Wärmeerzeugung. Verstärkt sollten die Bürger und die Gemeinde auf erneuerbare Energien setzen, so die Empfehlung des Fachmanns.

Vor allem mit der Windkraft-Nutzung könnte Oberreute seine Bilanz verbessern, so Nacken. Der Hochsträss sei ein idealer Standort dafür - zählt aber derzeit noch zum Ausschlussgebiet im südlichen Allgäu. Zudem hat die Gemeinde bereits vor vielen Jahren beschlossen, dass hier keine Windkraftanlagen errichtet werden sollen und stattdessen - «für den Fall der Aufhebung des Ausschlussgebietes» (Bürgermeister Gerhard Olexiuk) - den Bereich Oberberg empfohlen.

Schon eine Windkraftanlage würde ausreichen, jenen Strombedarf zu decken, den Oberreute bei Ausnutzung aller Einsparpotenziale noch hätte.

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«Mit drei Anlagen könnten Sie zum Energieexporteur werden», so Nacken. Alternative: Der zusätzliche Strom könnte von Elektroautos genutzt werden, was die Schadstoffbilanz des Ortes deutlich verbessere. Denn Nacken weiß: «Der öffentliche Nahverkehr wird den Bedarf nie ganz abdecken können.»

Bei der Verwendung von erneuerbaren Energien zur Wärmeerzeugung stößt Oberreute hingegen an natürliche Grenzen: «Ihre Gemeindefläche ist zu klein. Entsprechend wenig Biomasse steht zur Verfügung».

Selbst wenn alle Einsparpotenziale beispielsweise durch Wärmedämmung der Gebäude genutzt werden, kann sich Oberreute nur zu 80 Prozent selbst versorgen, so das Fazit des Eza-Berichtes.

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Noch nicht verabschiedet hat der Gemeinderat das Aktivitätenprogramm. Es sieht 16 Punkte, darunter eine Umstellung der Straßenbeleuchtung und eine «Stromsparmeisterschaft», vor. Wichtig sei es, eine große Breitenwirkung zu erzielen. Denn verbessern kann Oberreute seine Bilanz nur, wenn die Einwohner mitziehen.

Die Gemeinde verbraucht mit ihren Gebäuden nur rund zwei Prozent der Energie.

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Artikelinfos
Autorowi
Veröffentlichung17.08.2011
Aktualisierung16.04.2013 12:44
Ort Oberreute
Schlagwörterumwelt, eza
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