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20.09.2010 · Marktoberdorf / Ostallgäu | Von Benjamin Schäling

E-Bike-Netz soll wachsen

Elektroräder - Betreiber, Verleiher und Tourismus hoffen auf Akzeptanz

Marktoberdorf / Ostallgäu · Ein Boom bewegt sich auf das mittlere Ostallgäu zu - und noch bekommen wenige etwas davon mit. Die Rede ist von Elektrofahrrädern, deren Beliebtheit steigt und steigt. Daher soll das Verleihnetz im Landkreis weiter ausgebaut werden.

Es ist noch nicht lang her, dass die Firma «movelo» in Zusammenarbeit mit «Allgäu-Marketing» damit begann, im Ostallgäu ein Netz mit Verleihstationen für die sogenannten E-Bikes aufzubauen. Anfänglich beschränkte sich dieses Netz vorwiegend auf den südlichen Landkreis, also die Touristenregionen um Füssen. Dort gibt es zahlreiche Hotels, die E-Bikes und Akkus zum Verleih anbieten. Im mittleren Landkreis gibt es derzeit zwei Stationen in Wald und in Lengenwang.

Wie Prof. Dr. Monika Echtermeyer von movelo sagt, soll dieses Netz aber weiter ausgebaut werden und sich künftig auch auf den mittleren Landkreis ausdehnen: «Für das nächste Jahr planen wir die Erweiterung von 250 auf 500 Räder», sagt sie. Die Fahrräder stammen von der Schweizer Firma «Bike-Tec» und seien «sehr hochwertig», meint Echtermeyer.

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Sie beschreibt den Vorteil, den Elektrofahrräder mit ihrer Tretunterstützung bieten, als «Quantensprung der Mobilität». «Früher beschränkte sich die Sonntags-Radtour» für viele, die nicht ganz so sportlich sind, auf zehn Kilometer. Mit dem E-Bike schafft man ganz locker zwischen 40 und 60 Kilometer.» Das Netz vergleicht Echtermeyer mit der Zeit der Postkutschen: Wie damals die Pferde werden heute die Fahrräder an bestimmten Stationen aufgetankt. Was für die Pferde Futter, Erholung und Wasser war, ist für das E-Bike der neue Akku. 60 Kilometer im Durchschnitt soll er halten (siehe Er-Fahrungsbericht).

Echtermeyer, movelo und Allgäu-Marketing fingen vor geraumer Zeit in Oberstdorf mit zehn Rädern an. «Das lief super. Ich musste viele Hotels und Interessenten vertrösten, weil wir die Räder nicht so schnell herbekamen», sagt die FH-Dozentin für Tourismus.

Im mittleren Ostallgäu ist die Akzeptanz der Räder allerdings noch nicht ganz so weit fortgeschritten. Beim Berghof in Wald, eine der beiden Verleihstationen neben dem Bichlwirt in Lengenwang, äußert man sich etwas skeptisch, was das Verleihen von E-Bikes angeht. Es werde derzeit noch nicht so angenommen wie erhofft. Beim Berghof schiebt man es zum einen auf den schlechten Sommer, zum anderen auf die geringe Bekanntheit der E-Bikes. Die Hoffnung auf Besserung hat man aber auch im Berghof noch nicht aufgegeben. Eine Forderung: Das Netz so ausbauen wie es im südlichen Landkreis und im Oberallgäu schon ist.

«Wir wollen den Trend nicht verschlafen»

Eine Forderung, die Sylvia Sterzenbach, Vorsitzende des Marktoberdorfer Tourismusvereins unterstützt: «Das ist ein Zukunftsmarkt, den wir sehr gut finden», sagt sie. Man wolle auf keinen Fall den Trend E-Bike, der sich «auf jeden Fall» durchsetzen werde, verschlafen, sagt Sterzenbach. Allerdings habe man bis dato noch keine Entscheidungen diesbezüglich getroffen. «Wir sind aber schwer dahinter.»

Nicht einfach wird es für die E-Bike-Begeisterten, den gemeinen Radler vom Elektrofahrrad zu überzeugen. «Die Hemmschwelle vor der Technik ist noch da», sagt Thomas Buhler vom gleichnamigen Radsportgeschäft in Marktoberdorf. Das bestätigt auch Echtermeyer. Dass ein großes Potenzial für die E-Bikes vorhanden ist, glaubt aber auch Buhler.

Man verkaufe die E-Bikes sehr gut und das Elektrofahrrad werde sich durchsetzen. Ein Ansatz, der nun nur noch bei mehr potenziellen Käufern und Ausleihern ankommen muss.

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AutorVon Benjamin Schäling
Veröffentlichung20.09.2010
Aktualisierung17.04.2013 08:58
Ort Marktoberdorf / Ostallgäu | Von Benjamin Schäling
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