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05.03.2012 · Buchloe

Der Benediktinerpater Anselm Grün spricht zur Eröffnung der Handwerkermesse in Buchloe

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Handwerkermesse · Einen zugkräftigen Redner hatte sich das Handwerkerteam Buchloe geholt, um die 14. Handwerkermesse zu eröffnen: Pater Anselm Grün sprach vor rund 200 geladenen Gästen in der voll besetzten Halle der Baywa zum Thema „Lebensträume“.

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GrünBild: Hehl

Lebensträume versteht der Pater „oft als Bilder für etwas Anderes“. „Sie machen vielen Menschen Mut, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen“, sagte er, „denn Lebensträume sammeln Energie, dass ich etwas tue.“

Häufig würden Lebensträume jedoch verwechselt, mit Erwartungen, die andere an einen stellen, etwa mit Erwartungen seitens der Eltern oder von Kollegen, so der 67-Jährige.

Er appellierte daher an die Anwesenden, die eigenen Träume zu leben. Denn: „Seele und Geist rebellieren, wenn man nur versucht, die Erwartungen anderer zu erfüllen.“ Mit Blick auf das mittlerweile häufig auftretende „Burn out“-Syndrom machte der Seelsorger einige Ursachen aus, die über eine reine Überarbeitung hinausgehen.

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„Trübe Quellen“ etwa. Diese führten dazu, dann man an der Arbeit keine Freude mehr empfinde. Häufig, so hat der Benediktinerpater beobachtet, brauchten die Menschen auch zuviel Energie, um eine Fassade aufrechtzuerhalten.

Auch eine gewisse Müdigkeit hat Anselm Grün entdeckt, die Mitschuld haben könne, „wenn Seele und Leib sich zur Wehr setzen“; ebenso systemische Gründe am Arbeitsplatz, wie eine permanente Überforderung oder zu hohe Anforderungen.

„Die Essenz bleibt“

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Auch mit gescheiterten Träumen befasste sich Pater Anselm Grün in seinem Referat und kam zu dem Schluss: „Die Konkretisierung kann zerbrechen, aber die Essenz bleibt.“ Gerade dann sei es wichtig, mit den „inneren Quellen wieder in Verbindung zu kommen“, sich wieder auf „gute Bilder“ zu konzentrieren.

„Suchen sie sich Bilder, die Lust darauf machen, sich eine eigene Welt zu schaffen, in der Folge macht dies auch wieder Lust auf die Arbeit“, meinte der Referent. Denn wer mit seinem Lebenstraum über ein Bild wieder in Verbindung komme, bei dem „fließe das Leben“.

Lähmend seien hingegen „Bilder, die überfordern“. Diese, so stellte der Seelsorger fest, seien oft Schuld an Depressionen. Spätestens dann müsse man innehalten und sich fragen: „Stimmen meine Bilder noch?“

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Dass ihm das Thema Handwerk nicht fremd ist, machte der Pater gleich zu Beginn seines Vortrags deutlich. In der Benediktinerabtei Münsterschwarzach ist er als Cellerar verantwortlich für die wirtschaftliche Leitung der Abtei.

In regem Austausch steht er dabei mit den 20 Handwerksbetrieben, die zur Abtei gehören. Die Nachhaltigkeit und Kultur des Handwerks bezeichnete der Pater ebenfalls als Traum. Die Anwesenden ermunterte er daher: „Träumen Sie gemeinsam, denn Träume können faszinieren und regen auch andere an. Wir brauchen unsere Träume, damit Zukunft ermöglicht wird, eine lebenswerte, helle Zukunft.“

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Artikelinfos
AutorKarin Hehl
Veröffentlichung05.03.2012
Aktualisierung17.04.2013 09:17
Ort Buchloe
Schlagwörtermesse, rede, religion
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