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26.07.2011 · Mellatz

Comboni-Missionar Friedbert Tremmel bittet um Spenden für Afrika

Appell · Dass die Menschen hungern im Nordwesten Kenias, ist nicht außergewöhnlich. Seit jeher sind die halbnomadischen Völker dem Wechsel von Dürre und Regenzeit ausgesetzt und wissen, wie sie sich über Zeiten des Mangels hinweghelfen können.

Friedbert Tremmel Kenia
Friedbert Tremmel Kenia
Jetzt aber sind zwei Regenperioden ausgefallen. Bruder Friedbert Tremmel weiß, was das bedeutet. Er hat 13 Jahre in Amakuriat gelebt, einer von sechs Comboni-Missionsstationen in dieser Region, bis er 2009 ins Missionshaus Mellatz zurückberufen wurde.

Die Combonis, die seit fast 150 Jahren in Schwarzafrika wirken, wollen den wohlhabenden Teil der Weltbevölkerung wachrütteln. «Am Horn von Afrika sind zehn Millionen Menschen von der Hungersnot betroffen», sagt Bruder Friedbert. «Sie brauchen dringend Hilfe.»

Rinderherde als Bankkonto

Das Leben der Halbnomaden in der kargen Savanne Kenias ist hart. Die Familien bauen Hirse, Mais und Bohnen auf kleinen Feldern an. «Nur in jedem vierten Jahr können sie auf eine gute Ernte hoffen», erzählt Bruder Friedbert. Wichtigster Besitz der Familien sind ihre Herden.

Sie dienen als Bankkonto und Rentenversicherung. Um Medizin oder den Schulbesuch bezahlen zu können, wird nach Bedarf ein Rind verkauft. Verantwortlich für die Herden sind die Buben und jungen Männer. Sie ziehen während der Trockenzeit immer weiter auf der Suche nach Futter und Wasser. In der Regenzeit kehren sie zurück zu ihren Verwandten, die als Großfamilien in Siedlungen leben.

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«Dieser Rhythmus gerät mehr und mehr durcheinander», sagt Friedbert Tremmel. Der Klimawandel mache sich zunehmend bemerkbar. «Früher kam die erste Regenzeit immer um Ostern. Inzwischen verschiebt sie sich um viele Wochen oder fällt ganz aus.» Wenn dann der Niederschlag eintrifft, ist er oft kurz und heftig. «Dabei wird ein Teil der guten Erde weggeschwemmt, die Ernten werden karger.»

«Großes Problem für die Welt»

Die Hungersnot zieht laut Tremmel weitere Probleme nach sich: Die Hirten seien gezwungen, mit ihren Herden immer weitere Strecken zu wandern. «Wenn sie mit anderen zusammentreffen oder in die Regionen der Farmen kommen, birgt das Konfliktpotenzial.»

Der Missionar sieht ein «großes, politisches Problem» auf die Welt zukommen. Als Ursache der Katastrophe in Afrika nennt Friedbert Tremmel neben dem Klimawandel auch die internationale Politik.

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Beispiel Nahrungsmittelpreise: «Früher kostete ein Sack Mais umgerechnet 20 Euro, heute sind es 50», sagt er und erläutert zum Vergleich: «Das vom Staat vorgesehene Mindesteinkommen liegt bei einem Euro pro Tag, und viele haben weniger.» Wie soll eine Familie von einem Sack Mais 50 Tage überleben?

Bruder Friedbert Tremmel hofft, dass ihn die Provinzleitung bald wieder nach Afrika entsendet. Was ihn dorthin zieht: «Die Erfülltheit», sagt er. «Man wird gebraucht.» Der 54-jährige Comboni-Missionar hat sich unter anderem um die Schulspeisung von 5000 Kindern gekümmert.

Die mit vier Comboni-Missionaren besetzte Station Amakuriat betreut eine Pfarrei mit einer Fläche von 4500 Quadratkilometern und 40000 Einwohnern. In diesem Landstrich, wo es keine Wasser- und Stromversorgung gibt und keinen Meter Teerstraße, bauten die Combonis 25 Schulen und 30 Kindergärten auf.

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30 Bohrbrunnen betreuen die Missionare - «Ein paar von ihnen sind inzwischen wohl trocken, weil der Grundwasserspiegel sinkt.»

Während seines langen Missionsaufenthalts durfte Friedbert Tremmel viele positive Entwicklungen erleben. Dass inzwischen 25 Prozent der Buben und 15 Prozent der Mädchen zur Schule gehen, hätte er bei seinem Eintreffen in Kenia 1996 nicht geglaubt. Nur durch Bildung, so glaubt er, könnten die Halbnomaden ihre Lage verbessern.

Da ist es ein großer Erfolg, dass aus ihren Reihen bereits Lehrer und Ärzte ausgebildet werden konnten. Die Nachrichten jedoch, die Pater Friedbert dieser Tage per E-Mail aus Amakuriat erreichen, sind alarmierend. «Im Mai hätte ausgesät werden sollen, aber der Regen ist ausgeblieben.

» Hunger- und Bürgerkriegsflüchtlinge aus Äthiopien und Somalia verschärften noch die Situation, erklärt er.

Die Comboni-Missionare haben sich deshalb entschlossen, an ihren Wirkungsorten in Europa die Menschen zu informieren. Sie bitten um Spenden für die Ärmsten der Armen und versprechen, keinen Cent für Verwaltungsaufwand auszugeben. In Nordwestkenia kaufen die Missionare mithilfe der Spendengelder Mais und Bohnen, erzählt Bruder Friedbert.

«Das ist proteinhaltig und mit wenig Aufwand zu verarbeiten.» Außerdem würden Vitaminpräparate gebraucht sowie Milchpulver für Kleinkinder. Verteilt werden die Hilfsgüter über die Missionsstationen mit Hilfe von Pfarrgemeinderäten und Sozialkommissionen sowie über Schulen und Krankenstationen.

Spenden leitet Friedbert Tremmel sofort und ohne Abzug von Verwaltungsgebühren an die Missionsstationen in Ostafrika. Alle Spender werden über die Verwendung informiert.

Spendenkonto: Nr. 110617015
Kreissparkasse Ostalb
Bankleitzahl 61450050
Verwendungszweck: «Hungerkatastrophe in Ostafrika»

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Artikelinfos
AutorIngrid Grohe
Veröffentlichung26.07.2011
Aktualisierung24.04.2013 09:01
Ort Mellatz
Schlagwörterafrika, spenden, aufruf
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