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29.08.2011 · Hohenschwangau

Abendmusik auf Schloss Neuschwanstein begeistert Zuschauer

Die Abendmusik auf Neuschwanstein würden die Besucher gerne als Tradition regelmäßig im Schloss erleben

Konzert · Schon das sommerliche Flanieren im Hof von Neuschwanstein genossen die Gäste, bis man sich der Freitreppe zuwandte, um den Intraden des Bläserensembles um Roland Kurz zu lauschen. Nach der Begrüßung des Schlossherrn Hubert Nikol zur dritten königlichen Abendmusik lud Kastellan Markus Richter zum musikalischen Spaziergang durchs Schloss.

Im Zimmer der Kammerdiener spielte die Tanzlmusik aus Pinswang und Vils auf, vorbei an der Grotte ging es in König Ludwigs Wohnzimmer zur Serenade der kleinen Nachtmusik mit John Arthur Westerdoll und seinem Streichquartett vor dem Bild des Schwanenritters. Unter all den Königen im Thronsaal bezauberte die junge Harfenistin Franziska Widmer.

Als alle Gruppen im Sängersaal eingetroffen waren, gehörte die Bühne zunächst zwei herausragenden klassischen Gitarristen. Thomas Königs, Dozent an der Nürnberger Musikhochschule, entführte ins elisabethanische England.

Ein Höhepunkt des Abends mit höchstem Niveau bei souveräner Leichtigkeit war das Spiel an zwei Gitarren von Königs mit Scott Kritzer, dem Meister von Bach bis Casals. Es war ein Glücksfall, den Stargitarristen aus den USA zu diesem Termin zu locken, denn diese Woche beginnt er seine Meisterklassen in Rimini.

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Im noch schwül-heißen Saal war er stark beschäftigt, übernahm neben Soli auch die Gesangsbegleitung.

Lange Musikerfreundschaft

Schon Jahre vor Janet Chvatals Füssener Zeit trat das Duo Kritzer/Chvatal international auf, und so feierten beide sozusagen die lange Musikerfreundschaft mit ihrem Lieblingslied, Puccinis «O mio Babbino caro». Auf Zartheit folgte Leidenschaft, «L amour , l amour» - die Habanera der Carmen, ein Glanzstück der Sopranistin, von der Gitarre mit Wonne zelebriert.

Mit warmen Bariton sang Marc Gremm Richard Wagners Hymne an den Abendstern, wie sie nicht besser in dieses Herzstück des Schlosses passen könnte, und, da Ständchen der Liebe im Mittelpunkt standen, bezirzte er die Damen mit verführerischen Arien aus Mozartopern wie «Deh vieni alla finestra». In die «Neue Welt» entführten beide Solisten mit dem an Spiritulas anklingenden «Going Home» von Dvoák.

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Mit den «Bavarmonikern» stellten sich Musiker aus der Region großen Herausforderungen, von charmanter Salonmusik mit dem Violinsolo des Dirigenten Westerdoll bis zu Wagners «Sag welch wunderbare Träume» aus den Wesendonck-Liedern in der Orchesterfassung, in dem die Tristan-Motive anklingen.

Zum guten Schluss sollte ja auch noch dem Hausherrn König Ludwig zum Geburtstag gratuliert werden. «Das klinget so herrlich, das klinget so schön», zum ausgelassenen Gesang aus der Zauberflöte gab es eine witzige Überraschung: Vor seinem Auftritt am nächsten Abend gesellte sich Malte Arkona, der Klassik-Vermittler für Kinder, dazu und sang im Terzett den Sopran.

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Als man sich in den schon wartenden Bussen auf den Heimweg machte, war auch viel Lob für den großen Aufwand an Organisation zu hören und der Wunsch, die Abendmusik im Schloss möge zur Tradition werden. An beiden Abenden geht der Reinerlös an die Kinderkrebshilfe.

Fotos im Internet unter

www.all-in.de/bilder

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Artikelinfos
AutorPhilomena Willer
Veröffentlichung29.08.2011
Aktualisierung25.10.2013 16:03
Ort Hohenschwangau
Schlagwörterbesucher, schloss, konzert
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