«Spontan Vegetation» nennen sie ihre aktuelle Schau, in der Holzdrucke, Collagen, Malerei, Skulptur und Objekte zu sehen sind. Doch bei aller Spontaneität haben die drei Allgäuer ihre Werkreihen sensibel aufeinander abgestimmt, ergreifen bewusst das Spiel zwischen Weite und Nähe, nutzen die Raumfluchten aus und inszenieren überraschende Durchblicke.
Stefan Winkler mit seinen großformatigen Waldlandschaften in Öl- und Mischtechnik leitet gelassen über zu den blau lasierten Objekten von Oliver Köhl. Und Bertram Schillings Grafiken überschneiden sich wiederum mit den Monotypien von Köhl.
«Präferenz» nennt Schilling seine verwirrend anmutenden Collagen, die sich motivisch in seinen üppig bewegten Malereien auf Leinwand spiegeln. Auch dort arbeitet der Künstler aus Sonthofen mit Tiefenwirkung und weitläufigen Szenen, in denen sich Geheimnisvolles abspielt.
Und neben den großformatigen Waldbildern in Grün und Blau von Stefan Winkler, die regelrecht zu Spaziergängen einladen, ist der Maler aus Immenstadt auch mit seinen Winterlandschaften vertreten. Mit einem Kunstgriff schafft Winkler endlos scheinende Pistenlandschaften auf kleineren Formaten: Es ist, als würden die miniaturhaft angelegten Figuren in den sich auftürmenden Schneewehen versinken.
Oliver Köhls weiß lasierte Holzskulpturen lassen den Hieb des Beiles gerade noch ahnen. Aber nur dann, wenn man vorsichtig mit der Hand darüber streicht. Sichtbar macht der Bildhauer aus Kempten die Strukturen vor allem in seinen transparenten Holzschnitten, die er in einer subtilen Farbigkeit mehrfach collagiert. Eben dadurch besitzen die Arbeiten hinter Glas, die durch eine starke Detailfreudigkeit überzeugen, eine räumliche Tiefe. (akö)
Öffnungszeiten: bis 9. Januar täglich, außer montags, jeweils von 15 bis 19 Uhr. Führungen mit Stefan Winkler und Oliver Köhl gibt es am Sonntag, 26. Dezember, und Sonntag, 2. Januar, jeweils um 15.30 Uhr in der Galerie «Augenblick» in Tannheim/Tirol.