Viele Zuhörer, die lautstark zwei Zugaben einforderten, kennen die 2007 beginnende Vorgeschichte inzwischen recht gut. Sechs männliche Bewohner von Eisenberg-Zell, die in einem 300-Meter-Luftlinien-Umkreis leben, fanden als Freundes-Clique und durch Mitgliedschaft im örtlichen Chor zusammen.
Sie brachten ein Konzept als Kleinkunst-Darsteller zur Reife, das sich kurz und knapp so anhört: "Wir singen gern." Unter anderem, wenn es gewünscht wird, auch nochmals über großen sexuellen Frust in "Anna hat Migräne".
Im Saal war auch der letzte Platz besetzt. Die Eisenberger wirkten wie ein Magnet. Gesungen werden von diesem mit viel Selbstironie auftretenden Sextett, das schon im Festspielhaus Füssen mit seinem A-cappella-Programm zu hören war, in regelmäßiger Probenarbeit am Feierabend einstudierte Lieder.
Hochzeitsgesellschaft dabei
Diese haben eines gemeinsam: Texte in deutscher Sprache. Dass jede Zeile auch noch hinten im „Haus“ zu verstehen ist, zeichnet die Amateursänger zusätzlich aus. Den direkten Kontakt zum Publikum – darunter im Festgewand eine Kemptener Hochzeitgesellschaft – gewinnen die Sänger mit den ersten Strophen. Und nicht erst später, als sich die Gruppe im Saal – ohne unterstützende Technik – zu den Zuhörern gesellt.
Mit ausgewählten Hits aus dem Repertoire bekannter Gruppen, wie „Wise Guys“, „Prinzen“, oder „Basta“ , kann man an einem solchen Abend der sogenannten Kleinkunst eigentlich nichts falsch machen – wenn Mann singen kann.
Hier erreichten die auch tanzend fitten „Guys“ – bei „Nur für dich“ unterstützt von Sängerin Tanja – ein hohes Maß an Harmonie. Der Gefahr, dass ein solcher Festivalabend ohne echte Instrumente trotz der bunten Hemden zur Bluejeans im zweiten Teil durchaus langweilig werden könnte, begegneten die „Sechs“ mit zündenden Gags.