Zum Abwechslungsreichtum jedes Kleinen Konzertes gehört auch die Findigkeit bei der Literaturauswahl. Vielleicht hat ein Beitrag namens „Der wahrlich schlaue Hund“ von Joseph Haydn dabei mitgeholfen, solche Raritäten wie etwa „La muerte del Angel“ von Astor Piazzolla oder ein Violinkonzert von Oskar Rieding aufzuspüren.
Zwischen rasantem Laufwerk und meditativer Versenkung
Stichwort „Konzert“: Ein bedeutender Teil der Beiträge war aus diesem Bereich gewählt. Während ihrer Ausführung gab es Zeit zum Überlegen, ob das Erproben an solchen Herausforderungen oder die technische und interpretatorische Reife das wichtigere Kriterium für eine Aufführung sind. Unbetroffen davon steuerte Cedric Kirst (Solovioline) Heinrich Ignaz Franz Bibers Rosenkranzsonate Nr.
1 bei und bewältigte einen erstaunlichen Spagat zwischen rasantem Laufwerk und meditativer Versenkung.
Die Unterstufe ist natürlich noch frei von solchen Erwägungen. Einen kleinen Einblick in die Unterrichtssituation gaben Olivia Paulsteiner und Linda Weiland, die zusammen mit ihrem Lehrer Violinduette spielten. Der Querflötenspielerin Luca Römlein gelang das bei Wolfgang Amadeus Mozart nötige Kunststück, sein Andante in C-Dur ganz natürlich darzustellen. Was später auf diesem Instrument alles möglich sein kann, zeigten Selina Haydn mit Gabriel Faurés „Fantaisie“ und Ina Brugger mit Claude Debussys betörender Panflöten-Beschwörung „Syrinx“.
Die Freude am Singen kann nicht nur chorisch ausgelebt werden. Quasi zum Einstand der neu angestellten Gesangslehrerin Angelika Huber widmeten sich sechs Sängerinnen und ein Sänger dieser allerpersönlichsten Art der Musikausübung. Die meiste Aufmerksamkeit zog natürlich Johanna Prielmann auf sich, die mit ihrer Klavierpartnerin Marlies Mayr mit drei Kunstliedern verschiedener Epochen ihre Hauptprobe für den anstehenden Wettbewerb „Jugend musiziert“ abhielt.
Dank ständiger Frischzellenkur durch immer neuen Nachwuchs an Schülern und dank des stetigen Einsatzes aller Musiklehrer wird die eingangs angesprochene Vitalität der „Kleinen Konzerte“ sicher fortdauern. Von der Richtigkeit dieser Behauptung wird man sich noch oft überzeugen können.