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29.12.2012 · Weicht

Weichter Musiker zeigen ihr Können

Spannende und geistliche Klänge

Weihnachtskonzert · In der restlos ausverkauften Jengener Turnhalle haben der Musikverein Weicht und die Jugendkapelle Jengen-Weicht-Ketterschwang (beide unter Leitung von Thomas Lang) mit einem gut gemixten Konzertprogramm das Publikum überzeugt. Die Musiker boten einen anspruchsvollen und ansprechenden Mix aus festlichen, zum Träumen einladenden Ohrenschmeichler-Melodien, knackig zupackenden Rhythmen und überlegt ausgesuchter Programmmusik mit teilweise durchaus geistlich-religiöser Thematik.

Konzert Musikverein Weicht
Konzert Musikverein WeichtBild: Lucia Buch
Zu Beginn des Abends bewies die Jugendkapelle, dass hier zwar junge Musiker am Werk sind, es sich aber von der gestalterischen und technischen Sicherheit her um kein Anfänger-Ensemble handelt: „Cataluna“ atmete mit galoppierenden Woodblocks, subtilen Accelerandi forschem Zupacken glaubwürdig spanisches Lokalkolorit, erklang plastisch-plakativ, wie süffiger Rotwein.

Themen aus der „First Suite“ von Gustav Holst, ein Klassiker der konzertanten Blasmusik, wurden im ersten Teil in choralartiger Breite entwickelt, im flotten Abschnitt ging man die Sache fröhlich und sehr tänzerisch an. Die Moderatorinnen Christiane Frank und Maresa Lang stellten die Werke vor.

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Den Blick zurück auf den Urkontinent „Gondwana“ lenkte – nun war die Stammkapelle an der Reihe – ein Werk aus der Kompositionswerkstatt von Benjamin Yeo. Die Zuhörer erlebten ein klingendes Landschaftspanorama von betörender Schönheit – inklusive eines Frontalangriffs auf die Magengrube in Form von effektvollem Pauken-Gegrummel.

Auch in diversen explosiv-expressiven Schlechtwetter-Szenarien konnte sich das Schlagzeugregister nach Herzenslust austoben, in den musikalischen „Schönwetter“-Ruhezonen lud man entspannt zum Träumen ein, ohne den Gesamtzusammenhang des Werks aus dem Blick zu verlieren.

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Religiös-theologische Inhalte setzte „Resurgam“ von Eric Ball/G. Brand in Musik um: Neben heimelig-warmen, friedvollen und zarten Klängen greift dieses Stück auch die ganze Lebensgeschichte Jesu auf und spart im Vorgriff auf Karfreitag und Ostern mit martialisch-dissonanten, harschen musikalischen Mitteln auch die Brutalität des Todes und seiner Hinrichtung nicht aus. Ausgehend vom Titel „Ich möchte auferstehen“ findet dann der versöhnende Ausgleich der Gegensätze in Form der Auferstehung und Himmelfahrt dann auch musikalisch angemessen seinen Raum.

Fahrt auf dem Gefühlskarussell

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Frisch und inspiriert, angelegt wie ein musikalischer Überflug im weiten Bogen, starteten die Musiker mit dem Marsch „Abel Tasman“ in die zweite Hälfte. Nach der „Yorkshire Ballad“ – laut den Moderatorinnen Simone Mayr und Annalena Haußer (die in gereimter Form zu Werke gingen) „Klänge, butterweich und sanft“, lud man das Publikum mit einem „Elisabeth“- Medley von Johan de Meij auf eine lebhaft-schwungvolle Fahrt auf dem Gefühlskarussell ein.

Die Polka „Prager Gassen“, die etwas mehr Abschattierung im Piano-Bereich hätte vertragen können, rundete zusammen mit dem festlichen, in einen volltönenden Schlussakkord mündenden „Choral for a Solemn Occasion“ den Konzertabend ab.

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Artikelinfos
Autoraz
QuelleBuchloer Zeitung
Veröffentlichung29.12.2012
Aktualisierung16.04.2013 12:45
Ort Weicht
Schlagwörtermusiker, weihnachtskonzert, musikverein
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