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29.12.2012 · Buchloe

Vielseitiges Konzert mit Musikverein Lamerdingen

Wie einst Charly Chaplin

Jahreskonzert · Mit einem reizvollen Ausflug in die Filmgeschichte lockte der Musikverein Lamerdingen zahlreiche Besucher in die Mittelschulaula in Buchloe. Die Erwachsenen unter Leitung von Josef Trieb sowie die Jugendkapelle Lamerdingen-Gennach unter Stabführung von Andreas Hämmerle boten ein vielseitiges Konzert. Außerdem standen viele Ehrungen für verdiente Musiker auf dem Programm (siehe Infokasten).

Konzert MV Lamerdingen
Konzert MV LamerdingenBild: Lucia Buch
Zunächst gehörte die Bühne dem Nachwuchs, der mit Dizzy Stratfords „Friends for Life“ ins Programm einstieg und dabei weit mehr bot als „nur“ hölzern-exaktes Runterspielen des Notentextes. Viel mehr bewiesen die Jungmusiker rhythmisch wie klanglich viel Gespür für Jazz-Idiome. Ähnlich frei und gelöst musizierte man in „Pop and Swing“, in dem man im Glanz fast an ABBA-Arrangements herankam.

Die „Großen“ spielten sich mit der festlich-kraftvollen „Generations Fanfare“ von Otto M.

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Schwarz warm und widmeten sich dann in „A Day of Hope“ im weitesten Sinne weihnachtlichen Themen: Die Musik transportierte Freude, Heiterkeit, Frieden und Optimismus – und all das durfte auch mal in sicher umgesetzten unüblichen Rhythmen daherkommen.

Konzert MV Lamerdingen
Konzert MV LamerdingenBild: Lucia Buch
Den Höhepunkt des Abends erlebten die Zuschauer mit „Charles Chaplin“, einer Selection für Blasorchester aus der Feder von Marcel Peters, mit der man der Stummfilmgröße genau an seinem 35. Todestag eine grandiose und überzeugende Hommage widmete – musikalisch wie optisch.

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Georg Schulze in der „Rolle“ des Charles Chaplin hatte offenbar wochen-, wenn nicht monatelang äußerst genau Chaplins Filme angeschaut und dessen Mimik, Gestik und Körpersprache analysiert und einstudiert, dass er damit den Musikern im besten Sinne die Show stahl und fast besser war als das Original selbst.

Sehr charmant bezog Schulze das Publikum in Chaplin’scher Manier mit ein, die Musiker agierten weitgehend auf Augenhöhe und ließen mit einschmeichelnd ausdrucksstarkem Salonsound, farbig, pfiffig und frech sowie mit rhythmisch sicherem Stilempfinden nostalgisch die Stummfilmzeit wiederaufleben.

Erinnerung an Josef Gayer

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Eingerahmt von dem Konzertmarsch „Opening“ und der Polka „Lebensträume“ erinnerte man musikalisch in der zweiten Konzerthälfte einerseits mit dem „Promenadenkonzert“ Hans Hartwigs an Josef Gayer, den 2012 verstorbenen Ehrendirigenten des Musikvereins, unter dessen Leitung die Kapelle 1982 mit genau diesem Stück beim Wertungsspiel reüssierte, zum anderen an den 2010 verunglückten Lead-Sänger der Rockband „Gotthard“, dem mit einer langsamen, klanglich dichten und unter die Haut gehenden Balladen-Fassung von „Heaven“ gedacht wurde (mit Vize-Dirigent Matthias Braun am Pult).

Hauptwerk nach der Pause war indes „Blue Hole“, ein reizvolles Stück Programmmusik des noch jungen Komponisten Thomas Asanger, das sich mit einem sehr speziellen Thema beschäftigt: der funkelnden Tropfstein-Unterwasserwelt im Meer vor dem mittelamerikanischen Staat Belize. Die Musiker loteten die Ausdruckswerte des Stücks zwischen Schönheit und Gefahr, Abenteuer und Geheimnis mit teilweise interessanten perkussiven Effekten sehr farbig aus.

Noch einmal ausdrücklich weihnachtlich – inklusive Kerzenlicht am Notenständer – ging es bei den Zugaben zu: Stefanie Bachlehners ausgewogener, warmer Sopran interpretierte einfühlsam die ersten zwei Strophen von „Stille Nacht“, bevor in der dritten alle zum Mittun eingeladen waren. Durch das Programm führten Monika Trieb und Michael Lang.

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Artikelinfos
Autoraz
QuelleBuchloer Zeitung
Veröffentlichung29.12.2012
Aktualisierung16.04.2013 12:45
Ort Buchloe
Schlagwörtermusikverein, besucher, musik
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