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02.01.2013 · Marktoberdorf

Poppige Inszenierung stößt auf viel Zuspruch beim Publikum in Marktoberdorf

„Aschenputtel“ auf modern

Musical · Fern vom klassischen Märchen präsentierte das Theater Liberi aus Bochum „Aschenputtel“ in einer modernen Musicalversion im Marktoberdorf Modeon. Aufgepeppt mit kindlichem Humor, heutiger Alltagssprache und poppiger Musik fand die Inszenierung aber großen Zuspruch beim zahlreich erschienenen Publikum.

Aschenputtel im Modeon
Aschenputtel im ModeonBild: Alfred Michel
Witzige Dialoge

Überwiegend Mädchen, teilweise selbst im Prinzessinnenkostüm, begleitet von Eltern oder Großeltern, verfolgten gespannt die Handlung des bekannten Grimm-Märchens.

In der Hauptrolle Annika Hasse als Aschenputtel, das ständig arbeitend mit Verboten der Stiefmutter bestraft wird, jedoch zielstrebig und frech das Ziel ihres Glückes vor Augen hat. Unterstützung fand sie bei ihren geliebten Tauben, die durch Schattenprojektion im Fenster der Kulisse zu sehen waren.

Ähnlich wie in der tschechischen Version begegnet Aschenputtel als Magd, als Armbrustschütze und zuletzt als Prinzessin unerkannt ihrem Traumprinzen. Gerade Szenen wie das Versteckspiel im Wald mit witzigen Dialogen und Tollpatschigkeit entlockten dem jungen Publikum zahlreiche Lacher. Erwartungsgemäß weniger Sympathie erntete die strenge Stiefmutter, treffend gespielt von Julia Anna Friess.

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Bekanntlich erfolglos versuchte sie ihre leibliche Tochter mit dem Prinzen (Andreas Syrowatka) zu verkuppeln. Die Tochter, dargestellt von Verena Stier, weniger boshaft, vielmehr naiv tollpatschig mit trotziger Gestik und kindlicher Mimik, sorgte ebenfalls für herzhafte Lacher im Publikum.

Etwas irritiert reagierte das junge Publikum, als plötzlich mitten im Spiel das Licht im Saal anging und der Prinz energisch behauptete: „Es gibt keine Hochzeit, geht nach Hause!“ Doch getreu der bekannten Handlung ließ er dann doch den Ball für seine Brautschau über sich ergehen.

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Nachdem er sich mit Aschenputtels trampeliger Stiefschwester mehr schlecht als recht über das Parkett gequält hatte, stand plötzlich das Aschenputtel selbst verhüllt im Saal. Als der Prinz dessen Fragen nicht beantworten konnte, floh Aschenputtel in den Wald und traf auf die Waldfee. Sie sorgte dafür, dass der Prinz Aschenputtels Schuh fand und mit ihm die Suche nach seiner Prinzessin erfolgreich abschließen konnte.

Die vier jungen Darsteller meisterten ihre Rollen, die teils Doppelrollen waren, bravourös. Die poppige, immer wiederkehrende Melodie des Musicals wurde live gesungen, und die Texte waren kindgerecht verständlich. Die minimalistisch gestaltete Bühne konnte mittels kleiner Handgriffe schnell vom Wald in den Haushof beziehungsweise das Schloss umgebaut werden.

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Märchenhaften Zauber vermisst

Etwas vermisst wurde der glamouröse Zauber des Märchens, unter anderem bei den Kostümen. Lediglich farbige Lichteffekte sorgten für märchenhafte Stimmung. Insgesamt blieb die Inszenierung für Märchenliebhaber zwar etwas befremdlich, den Kindern jedoch gefiel die moderne, aufgepeppte Machart sichtlich – und sie spendeten großen Applaus.

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Artikelinfos
AutorIrmgard Schnieringer
QuelleAllgäuer Zeitung
Veröffentlichung02.01.2013
Aktualisierung16.04.2013 12:52
Ort Marktoberdorf
Schlagwörterpublikum, modeon, märchen, theater
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