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29.11.2012 · Füssen

Nach Höhen und Tiefen steht Reinhard Fendrich wieder in Füssen auf der Bühne

Reinhard Fendrich weiß, dass das Bühnen-Leben nicht immer ein Zuckerschlecken ist Nach einem Tief ist er zurück und genießt wieder die Zeit als Musiker – Auftritt in Füssen

Konzert · In den Champagnerkübel wirft man dann etwas ein... ...man spendet gerne für die armen Negerlein.“ (Rainhard Fendrich auf seiner Platte „Meine Zeit“) Von wegen charmanter Liedermacher, der immer nur smart lächelt und keiner Fliege etwas zuleide tut. „Ich kann auch sehr bissig formulieren“, sagt Rainhard Fendrich und verweist auf die oben stehenden Strophenzeilen.

Rainhard Fendrich
Rainhard Fendrich
Wenn ihn etwas nerve, stellt er klar, dann müsse er auch Stellung beziehen und in seinen Texten eine härtere Gangart wählen. Dieser Aufgabe, glaubt er, nein er ist sich sogar dessen sicher, sei der Liedermacher schließlich verpflichtet. „Wir müssen den Finger in die Wunden legen“, stellt der Wiener im Rahmen eines Pressetextes klar.

Wie er dies seit weit über 30 Jahren tut? Das beschreiben wohl folgende drei Adjektive am treffendsten: charmant, humorvoll, aber eben auch bissig.

Rainhard Fendrich. Der 57-Jährige hat ein intensives Leben hinter sich. Mit Höhen und Tiefen, mit Glücksgefühlen und Skandalen. Mit Lobeshymnen und Kritik, mit Freunden und Feinden. Vielleicht kommt der Künstler deshalb zum Schluss: „Die Bühne ist Himmel und Hölle zugleich.“

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Gut möglich, dass Fendrich die Bühne vor allem in den 90er Jahren und Anfang 2000 als Hölle empfunden hat. Jedenfalls stand er zu dieser Zeit dort oft unter Drogen. Der Wiener konsumierte regelmäßig Kokain – und wurde im Mai 2006 mit einem Säckchen Kokain in einem Hotelzimmer erwischt. Sein Geständnis damals: „Ich habe das Zeug 15 Jahren lang genommen.“ Die Hölle.

Presseball
PresseballBild: Fred Schöllhorn
Fendrich begab sich danach in die Hände von Profis, machte eine Therapie und hatte den Willen, diesen wenig rühmlichen Lebensabschnitt hinter sich zu lassen. Was ihm gelang. Er besiegte die Drogensucht und kehrte zurück. Clean und mit dem Versprechen, nicht mehr rückfällig zu werden. Inzwischen macht er Sport, Yoga, ernährt sich gesund und genießt die Bühnenauftritte. Der Himmel.

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„Meine Zeit“ heißt sein Programm, mit dem er am Sonntag (19 Uhr) im Festspielhaus Füssen gastiert, und wenn er auf der dortigen Bühne Platz nimmt, hat er nicht viel um sich herum: eine Gitarre, ein Mikrofon, ein Klavier und ein Glas Wasser.

Das Programm? „Eine Mischung aus alten Hits sowie neuen Songs und somit eine Zeitreise durch die Achtziger und Neunziger bis ins Jahr 2012“, sagt Fendrich.

Man darf sich also auch freuen auf Hits wie „Macho Macho“, „I am from Austria“ oder „Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk“. Und wie gestand der Österreicher unlängst in einem Interview: „Ich bin ein Liedermacher, der zu seinen Wurzeln zurückgekehrt ist. Die Spaßgesellschaft ist vorbei, es ist Schluss mit lustig.“ Schluss mit dem Musiker Fendrich ist es hingegen nicht.

Rainhard Fendrich kommt mit seinem Solo-Programm „Meine Zeit“ am Sonntag, 2. Dezember (19 Uhr), nach Füssen. Karten bei den Geschäftsstellen der Allgäuer Zeitung.

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Artikelinfos
AutorFreddy Schissler
QuelleAllgäuer Zeitung
Veröffentlichung29.11.2012
Aktualisierung16.04.2013 12:53
Ort Füssen
Schlagwörterhimmel, musiker, auftritt, konzert
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