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07.04.2012 · Weiler

Michael Faller von den Choryphäen glaubt, dass die Menschen Gesang lieben und bei Konzerten gerne lachen

„Wir sind wie große Jungs im Sandkasten“

Interview · Die oberschwäbische Gesangsgruppe „Choryphäen“ kommen auf Einladung des Liedekranzes Weiler am Samstag, 14. April, um 20 Uhr in die Turnhalle Simmerberg. Einer der sieben Mitglieder, Michael Faller, ist in Weiler aufgewachsen. Der 37-jährige Tenor, der heute in Hergensweiler lebt, erzählt im Gespräch mit Ingrid Grohe, dass A-cappella-Gesang einen großen Aufwand an Übungsarbeit fordert – und enorm viel Freude macht.

„Wir sind wie große Jungs im Sandkasten“
„Wir sind wie große Jungs im Sandkasten“Bild: chorypha?en

Herr Faller, das Motto der Choryphäen lautet: Wenn ich vergnügt bin, muss ich singen. Ist das bei Ihnen tatsächlich so?

Michael Faller: Singen ist für mich eine Ausdruckform, um mich zu entspannen und um Gefühle auszudrücken. Ich bezeichne uns, die Choryphäen, immer als große Jungs im Sandkasten, die jeden Samstag die Sandschaufel in die Hand nehmen und miteinander Spaß haben.

Singen Sie auch für sich privat, zum Beispiel mit Ihren beiden Söhnen?

Faller: Ja, mit den Buben singen wir abends, meistens deutsche Volkslieder. Und ich sitze auch oft auf dem Sofa und singe für mich – Popsongs oder moderne Kirchenlieder. Ich bin ein sehr breiter Genießer – und das ist eigentlich auch die Handschrift der Choryphäen.

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Und wenn Sie traurig sind – singen Sie dann nicht?

Faller: Doch. In Wirklichkeit singe ich am allermeisten, wenn ich traurig bin. Das ist dann ein Ventil – umDinge zu verarbeiten, um den Alltag hinter sich zu lassen.

Das erste Ensemble, in dem Sie mitsangen, war der Kirchenchor in Weiler unter Thomas Novy. Was ist anders bei den Choryphäen?

Faller: Die Choryphäen sind sieben Solisten, den Klavierspieler inbegriffen. Da kann man sich nicht hinter einem anderen verstecken, muss immer parat sein, eine ganz andere Bühnenpräsenz haben. Und wir erarbeiten zu siebt die Stücke. Beim Chor studiert das der Leiter ein.

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Welche Rolle spielt das Klavier bei den Choryphäen?

Faller: Fast 90 Prozent der Stücke sind mit Klavier. Es ist einerseits eine gewisse Stütze, aber oft spielt es auch ganz eigene Phrasen. Wir Choryphäen sagen immer, wir können a cappella und con cappella. Die Sachen der Comedian Harmonists sind meist mit Klavier besetzt.

Bei den Auftritten der Choryphäen geht es ja auch immer ein bisschen um Unterhaltung. Liegt Ihnen Entertainment oder mussten Sie das lernen?

Faller: Ich glaube, das liegt mir schon, aber ich konnte da noch viel lernen.

Wie haben Sie gelernt?

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Faller: Durch spontanes Ausprobieren. Und unser Bartion Christian Feichtmair hat uns sehr inspiriert. Er ist der einzige professionelle Sänger unter uns und sozusagen eine begnadete Rampensau.

Wie erklären Sie sich, dass kleine Gesangsensembles eine Art Renaissance erleben?

Faller: Die Leute wollen gut unterhalten werden. Sie möchten lachen – das sieht man auch an den Comedians, die überall rumschwirren. Außerdem lieben die Menschen den Gesang. Obwohl lange vom Chorsterben die Rede war, gibt es da eine gewisse Sehnsucht. Die Leute sind an was Speziellerem interessiert.

Und dieses Spezielle liefern die Choryphäen?

Faller: Ja, wir versuchen – von links nach rechts – alle Musikgenres zu bearbeiten, sie in ein schönes Programm zu packen, einen ansprechenden Rahmen zu gestalten rund um die Lieder, und so die Gäste mit auf eine Reise zu nehmen mit Gesang und Erzählungen.

Das Schwierige am A-cappella-Gesang ist die exakte Intonation. Gibt es Tricks, um den richtigen Ton genau zu treffen – auch ohne Unterstützung eines Instruments?

Faller: Üben, üben, üben, üben. Hören üben ebenso wie Singen üben. Darüber hinaus geht es darum, dass man als Gruppe stimmlich zusammenwächst.

Sie stammen aus Weiler und arbeiten und singen in Baden-Württemberg. Sind die Vorbehalte im Württembergischen gegen bayerische Westallgäuer genauso groß wie andersrum?

Faller: Ich würde sagen nein. Die Bayern frotzeln doch wesentlich mehr über die Württemberger.

Karten für das Konzert gibt es im Gästeamt Weiler, (0 83 87) 39 150.

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Artikelinfos
Autoraz
Veröffentlichung07.04.2012
Aktualisierung23.08.2013 14:12
Ort Weiler
Schlagwörtermenschen, gesang, interview
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