Nach dem Verlust 2010 hat die Gesellschaft auch im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Grund sind Bauträgergeschäfte aus der Vergangenheit. Im schlimmsten Fall muss die GKWG für das Jahr 2011 insgesamt 1,3 Millionen Euro abschreiben.
In einem Pressegespräch haben Landrat Elmar Stegmann und Thomas Blei die Lage der GKWG geschildert. Anlass ist eine Diskussion, die der Kreistag vergangene Woche nicht-öffentlich geführt hat. „Es ging um Persönlichkeitsrechte und Geschäftsinterna“, erklärt Stegmann, warum die Öffentlichkeit bei dem Tagesordnungspunkt außen vor blieb. Die Diskussion zugesagt hatte Stegmann schon im Dezember.
Seitdem bekannt ist, dass die Gesellschaft 2010 ein Defizit von 341000 Euro „erwirtschaftet“ hatte, war auch der Aufsichtsrat mit dem Landrat an der Spitze und Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh als Stellvertreter in die Kritik geraten.
Damals im Kreistag erhobene Vorwürfe, die Aufsicht vernachlässigt zu haben, weist der Landrat „entschieden“ zurück. Für die Geschäftsführung zeichne der Geschäftsführer verantwortlich. Außerdem seien bestimmte Geschäfte mit dem Aufsichtsrat nicht abgestimmt gewesen, die Mitglieder zudem nicht immer richtig informiert worden, so Stegmann. 2010
hatte sich die GKWG vom damaligen Geschäftsführer getrennt. Vor dem Arbeitsgericht haben später beide Parteien einen Vergleich geschlossen.
Im Kreistag legten Stegmann und Blei eine umfangreiche Liste der Dinge vor, die der GKWG Probleme bereiten. Dabei geht es vor allem um Bauträgergeschäfte. Die Gesellschaft geht nach einer Sonderprüfung bei einigen Projekten von einem erheblichen Abschreibungsbedarf aus. Er soll sich für das Jahr 2011 auf mindestens 350 000 Euro summieren.
Möglicherweise steigt er aber auf 1,3 Millionen. Derzeit sei der Wirtschaftsprüfer an der Arbeit, so Blei. Ein Grund für die Verluste „zieht sich wie ein roter Faden“ (Blei) durch die Geschäfte: So hatte es der frühere Geschäftsführer nach Schilderungen der GKWG trotz entsprechender Mahnungen von Architekten oder der Gemeinde unterlassen, den Baugrund rechtzeitig untersuchen zu lassen.
Nicht kalkulierte Mehrkosten waren die Folge, beispielsweise beim Vorhaben Sonne in Stiefenhofen und dem Reich-Areal in Lindenberg. Weniger Geld eingenommen als möglich hat die GKWG aber auch bei der Vermietung. So sollte beispielsweise die Zielmiete im preisfreien Wohnungsbestand bis 2010 auf fünf Euro je Quadratmeter angehoben werden. Tatsächlich lag sie Ende 2010 erst bei 4,60 Euro.
Controlling eingeführt
2012 wollte die GKWG eigentlich schwarze Zahlen schreiben. Dieses Ziel bezeichnet der Geschäftsführer mittlerweile als „sportlich“. In Gefahr sieht er die Gesellschaft aber nicht. Die GKWG habe „genügend stille Reserven und eine starke Marktposition“. Zudem seien in den vergangenen Monaten deutlich Schulden abgebaut worden, so Blei.
Der Aufsichtsrat hat aus den Vorkommnissen Konsequenzen gezogen. So ist das „Bauträgergeschäft in die zweite Reihe gerückt“, wie es Blei formuliert. Projekte würden nur noch nach „sehr intensiver Prüfung“ umgesetzt. Das gilt auch, wenn Gemeinden bei der GKWG anfragen. In den vergangenen Monaten seien mehrere solcher Anfragen abschlägig beschieden worden, so Landrat Stegmann.
Intern gibt es zudem einige Änderungen. So wurde laut Blei ein Controlling eingeführt, der Katalog der Geschäfte überarbeitet, denen der Aufsichtsrat zustimmen muss und ein neuer Wirtschaftsprüfer bestellt.