Seit fünf Jahren bietet das Bayerische Landwirtschaftsministerium die Qualifizierung unter dem Titel „Lernort Bauernhof“ an. Inzwischen gibt es im Freistaat rund 200 Erlebnisbauern- und bäuerinnen. Eine davon kommt aus dem Landkreis Lindau, Brunhild Schiebel. Kürzlich hat sie ihr Zertifikat von Landschaftsminister Helmut Brunner überreicht bekommen.
An zwölf Tagen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Qualifizierung gelernt, wie sie ihren Betrieb und ihr Angebot präsentieren können, welche Angebote zu welchen Zielgruppen passen, mit welchen Methoden sie am besten Dinge vermitteln und welche rechtlichen Dinge zu beachten sind.
Ein wichtiger Teil der Fortbildung war außerdem ein ganz praktischer. „Wir haben ein sogenanntes Drehbuch für ein Programm erstellt und dann haben wir es mit einer Gruppe umgesetzt“, erzählt Schiebel. Sie hat sich dafür den Walderlebnis-Pfad ausgedacht. Für sie steht dabei vor allem eines im Vordergrund. „Ich möchte den Menschen ein Gefühl für die Natur nahe bringen, damit sie verantwortungsvoll damit umgehen.“
Und so will sie ab nächstem Jahr im Sommer regelmäßig Gruppen, wie etwa Schulklassen oder Vereine mit verbundenen Augen durch ihren Walderlebnispfad führen, sie Bäume, Blätter und Wurzeln ertasten lassen und ihren Bauernhof vorstellen. „Was man erlebt hat, vergisst man nicht mehr“, ist sie überzeugt. Auf rund drei Stunden ist das Programm von Brunhild Schiebel ausgelegt.
Der Wald war schon immer wichtig für sie. „Wir haben viel Wald, 15 Hektar, und schon als Kind war der Wald mit seinen rauschenden Bäumen ein Anziehungspunkt für mich“, sagt die dreifache Mutter. Auch die Milchviehhaltung hätte sie als Schwerpunkt wählen können: 35 Milchkühe gibt es auf dem Biolandhof, dazu 35 Jungvieh und Kälber, außerdem Zuchtsauen, Ferkel und Katzen.