
Der Referent stellte den Bürgermeistern die Eckpunkte des geänderten bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes vor. Danach gibt der Freistaat den Schulen verschiedene Möglichkeiten: Einzelintegrationen, aber auch Kooperationsklassen, bei denen einzelne Schüler aus einer Förderschule in einer Regelklasse lernen.
Und neben Partnerklassen – wenn ganze Förderklassen an Regelschulen ausgelagert sind – ist eben auch die inklusive Schule dort verankert. Bayernweit gibt es nach Dix’ Worten aber bisher nur 41 Schulen, die solche Klassen eingerichtet haben. Doch die Frage, wer die teilweise immensen Kosten für Schulbegleiter trage, habe München nicht geklärt.
Das beklagte in der Lindauer Bürgermeisterrunde vor allem Edgar Rölz. Der Bürgermeister aus Fischen im Oberallgäu ist zugleich Bezirksrat – und gab einen Überblick, wie sich der 576 Millionen Euro schwere Bezirksetat zusammensetzt: 95 Prozent der Ausgaben fließen nach seiner Aussage in den sozialen Bereich.
Allein für die „explodierende“ Zahl von Integrationshelfern müsse der Bezirk in diesem Jahr 6,7 Millionen Euro ausgeben. Und während die Staatsregierung im Bereich Kindertagesstätten für behinderte Kinder einen Betreuungsschlüssel von eins zu 2,5 für ausreichend halte, müsse der Bezirk eine Eins-zu-Eins-Betreuung zahlen.
Wichtig ist den Bürgermeistern auch das Thema Mittags- und Ganztagsbetreuung in den Schulen. Gebundene Ganztagszüge gebe es bayernweit mittlerweile in 300 Grund- und 430 Mittelschulen, informierte Dix. Das bayerische Ziel liege bei insgesamt 1140 Schulen im Herbst 2013. Daneben gebe es die Möglichkeit einer offenen Ganztagsschule – die bisher aber an bayerischen Grundschulen nicht angeboten wird.
„Weil der Freistaat dafür weder das notwendige Geld noch Personal herbringt“, wie es Dix formulierte. Auf der anderen Seite würden Mittags- und Nachmittagsbetreuungen, wie es sie inzwischen in nahezu jeder Grundschule im Landkreis gibt, nicht als offene Ganztagsschule akzeptiert.
Mit der Folge, dass die Gemeinden das selbst finanzieren und damit auch die Eltern dafür zur Kasse bitten müssten – während die Ganztagsschule in Mittelschulen für die Familien umsonst ist.