Weiler-Simmerberg | Von Benjamin Schwärzler | 21.04.2009 18:42 Uhr
Verkaufsverbot für Spielzeugwaffen
Krämermarkt - Gemeinde Weiler-Simmerberg will ein Zeichen gegen Gewalt setzen
Es soll ein kleiner Beitrag gegen Gewalt sein: Auf den gemeindlichen Märkten in Weiler-Simmerberg dürfen künftig kein Kriegsspielzeug und keine Spielzeugwaffen mehr verkauft werden. Das hat der Gemeinderat mit vier Gegenstimmen beschlossen. «Wir wollen nicht die Welt verbessern. Es ist ein kleines Zeichen, das wir setzen können. Der Weilerer Krämermarkt kommt auch ohne diese Produkte aus», sagte Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph. Die Marktgemeinde reagiert mit diesem Beschluss auch auf den Amoklauf von Winnenden.
Das Ordnungsamt organisiert jedes Jahr einen Sommer- und einen Herbstkrämermarkt, der von 60 bis 70 Fieranten aus ganz Süddeutschland als Verkaufsstelle genutzt wird. Darunter sind auch zwei Spielwarenhändler. Zu deren Sortiment zählen normalerweise auch kriegerische Ausrüstungsgegenstände für Kinder wie Spielzeugpanzer, Pistolen und Handgranaten aus Plastik oder auch Spielzeug-Messer. In Weiler-Simmerberg darf das alles nun nicht mehr verkauft werden - und auch keine Ritterrüstungen oder Wasserspritzpistolen mehr. «Wir haben das Recht, das Angebot zu bestimmen», so Rudolph. Dies übernimmt Ordnungsamtsleiter Friedhold Schneider, der nach eigenen Angaben bereits mit den betroffenen Anbietern gesprochen hat. Für diese sei die Einschränkung kein Problem. «Die verkaufen dann eben was anderes», sagt Schneider.
Das Verkaufsverbot ist mit der Polizei abgestimmt. Es gilt allerdings nicht für den örtlichen Einzelhandel oder Flohmärkte. Im Gemeinderat waren die Meinungen zum Verkaufsverbot geteilt. Guido Klauß (SPD) hält es für übertrieben und bezweifelt, ob es wirklich ein wirksamer Schritt gegen Gewalt sei. Solches Spielzeug habe es früher auch schon gegeben: «Wenn, dann müssten wir gewaltverherrlichende Computerspiele verbieten. Und das können wir nicht.»
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