Im Herbst 2010 kündigte Vodafone an, das Westallgäu als eine der ersten Regionen mit der neuen LTE-Funktechnik zu versorgen. Auf Grundlage dieser Ankündigung stellten die in der Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle WEST zusammengeschlossenen Gemeinden eigene Bemühungen um eine Verbesserung der Breitband-Internet-Versorgung zurück. Sie wären mit Kosten im sechs- bis siebenstelligen Bereich verbunden gewesen, während Vodafone sämtliche Kosten für die geplanten vier Standorte im Westallgäu selbst übernimmt.
Davon sollte bereits am 1. Dezember Scheidegg-Unterschwenden als erster Sender in Empfang gehen. Doch dazu kam es nicht. Aufgrund des grenznahen Standortes versagte die Bundesnetzagentur zunächst die Genehmigung. Die bereits installierte Technik durfte nicht genutzt werden. Seither war auch kein Vertragsabschluss mit Vodafone mehr möglich - lediglich vormerken lassen konnten sich Interessenten.
Derer gab es viele, die nicht zuletzt auch bei der WEST und der Heimatzeitung immer wieder nach dem aktuellen Stand fragten. Nun ist Fakt: Die Genehmigung ist da, die Feinabstimmung läuft, die offizielle Inbetriebnahme und damit auch der Start der Vermarktung ist für nächste Woche vorgesehen.
Doch schon Anfang dieser Woche waren schnelle Datentransfers in Scheidegg möglich. Im Ortsteil Lindenau war aus der Not des fehlenden Breitband-Internets heraus schon 2009 der Bürgerverein Lindenau entstanden. Dessen Vorsitzender Dr. Wolfgang Bibel konnte bislang nur mit einer Datentransferrate von 384 Bit/s im Internet surfen.
Ein Test in seinem Haus zeigte: Auch ohne spezielle Außenantenne und ohne Ausrichtung auf den Standort in Unterschwenden wurden dort über 18000 MBit/s gemessen - nahezu die 50-fache Geschwindigkeit. Bibel freut sich für die anderen Anwohner, die teilweise noch mit 64 Bit/s (=ISDN-Geschwindigkeit) arbeiten. Denn mancher fürchtete, aufgrund der Topographie könnte in Lindenau nur ein schlechtes LTE-Signal ankommen und eine Außenantenne notwendig sein.
Vodafone hat indes gelernt: Künftig will das Unternehmen keine konkreten Starttermine mehr bekannt geben: «Viel mehr nennen wir die Standorte dann, wenn sie wirklich in Betrieb gegangen sind», so Margarete Steinhart von der Agentur «Lichtblick Kommunikation». Es habe sich gezeigt, dass bei allen Beteiligten die Prozesse noch nicht so ablaufen wie in anderen Mobilfunk-Bereichen.
Entsprechend bleibt die Antwort auf die Frage, wann die geplanten Standorte in Röthenbach, Oberreute und Hergatz in Betrieb gehen, aus.