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Lindenberg (pem) | 06.02.2012 00:00 Uhr

Diskussion um Parkhaus, Verkehr und Natur in Lindenberg

Geplantes Parkhaus eine „große Erleichterung“ – Baustellenverkehr über Alpenstraße

Ein solches Verfahren hat es in Lindenberg lange nicht gegeben: Vor mehr als 200 Bürgern stellte Liebherr-Aerospace seine Erweiterungspläne öffentlich vor, anschließend hatten die Bürger das Wort. Das an der Pfänderstraße geplante Parkhaus, Baustellenverkehr und der Naturschutz waren Themen.

Liebherr Aerospace Helmut Wiedemann ging es um die Verkehrsbelastungen in der Pfänderstraße. Er befürchtet deren „Kollaps“, wenn Liebherr-Mitarbeiter in großer Zahl das neue Parkhaus verlassen und es gleichzeitig durch die geplante Ampel zu Staus komme. Ob Liebherr geprüft habe, das Parkhaus Richtung Scheidegg auf einem steil abfallenden Grundstück zu bauen, wollte er wissen. Dort könne ein erheblicher Teil des Verkehrs über die Alpenstraße abfließen.

Geprüft hat Liebherr diesen Standort für ein Parkhaus nicht, wie Geschäftsführer Josef Gropper erklärte. Grund: Das Grundstück gehöre nicht dem Unternehmen. Zudem hält die Stadt diesen Standort für problematisch, wie Bürgermeister Zeh schilderte. Die Sichtbeziehung zum Bodensee würde gestört.

Behörde gegen Kreisverkehr

Grundsätzlich erwartet Liebherr durch das Parkhaus keine Beeinträchtigungen der Nachbarschaft. Im Gegenteil: „Es ist eine große Bereicherung und Erleichterung“, so Josef Gropper. Bisher entstehe viel Verkehr, weil Mitarbeiter Parkplätze suchten. Zudem werde der Friedhaag oft von Mitarbeitern zugeparkt. Gropper: „Wir haben wesentlich mehr Verkehr, so lange wir kein Parkhaus haben.“ Zudem verließen die Mitarbeiter wegen gleitender Arbeitszeit das Werk nicht gemeinsam.

Auch die von Helmut Wiedemann angesprochenen „erheblichen Belastungen“ durch Baustellenfahrzeuge erwartet Gropper nicht. Das beauftragte Unternehmen werde vertraglich dazu verpflichtet, den Baustellenverkehr über die Alpenstraße abzuwickeln.

Den von Harald Bendick angesprochenen Kreisel als Zufahrtsmöglichkeit anstelle einer Ampel vor dem Werksgelände hätte auch Liebherr begrüßt, er sei aber vom Straßenbauamt abgelehnt worden, so Gropper. Bürgermeister Zeh erklärte warum: Das Gelände eigne sich für einen Kreisverkehr nicht. Stadteinwärts würden die Autos fast geradeaus fahren, stadtauswärts müssten sie eine „Mordsschikane“ drehen.

Erich Jörg, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz, hat sich „noch kein abschließendes Urteil“ zu dem Vorhaben gebildet. Einerseits könnten die Gebäude angesichts der Größe „landschaftlich nicht eingebunden werden“, andererseits erschlage „das Blühen der Firma Liebherr fast alle Argumente“, so Jörg.

Nach dem Energiekonzept erkundigte sich Susanne Achberger. Ob Liebherr-Aerospace dabei auch an Photovoltaik denke, wollte sie wissen. Bislang nicht, erwiderte Gropper. Das Unternehmen werde das aber prüfen. Beim Heizen setze man auf Luft- und Erdwärmepumpe.

Mehr als Kosmetik ist die geplante Eingrünung der Gebäude nicht, ist Maria Lobo überzeugt. Ein Problem für die Tierwelt sei das aber nicht unbedingt, sagte die Biologin, die für das Brutvogelmonitoring in dem Gebiet verantwortlich ist. So finde sich in dem direkt am Werk gelegenen und von der Forstwirtschaft als wenig attraktiv eingestuften Gehölz Richtung Radweg beispielsweise die Mönchsgrasmücke, der Wirtsvogel des Kuckuck. „Es lohnt sich, das biologisch auszugleichen“, ist sich Maria Lobo sicher.



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