In ihren Berichten zogen Jäger, Karg und Hitzhaus vor rund 100 Mitgliedern eine Bilanz des vergangenen Jahres, aber auch der letzten Amtszeit. Ob Ernährungsführerschein in den Grundschulen (pro Jahr zehn Klassen im Landkreis), Ausbildung von Bäuerinnen zur Agrarbürofachfrau (120 Absolventinnen), „Milchfrühling“ oder Kindersicherheitstag – Hitzhaus konnte auf eine Vielzahl von Aktivitäten der Landfrauen hinweisen.
Jäger nannte bei den Erfolgen den Erhalt der BBV-Sprechstelle in Lindau und der Versuchsstation für Obstbau in Schlachters sowie die Entbürokratisierung bei Saisonarbeitskräften.
Die im Gegensatz zu den Landwirten schwachen Ausbildungszahlen bei Obstbauern führte er darauf zurück, dass sie mit nur zwei Fachstunden pro Woche bisher nur ein Anhängsel beim Gartenbau gewesen seien. Zusammen mit Baden-Württemberg werde man es aber hinbringen, dass die Azubis das zweite und dritte Lehrjahr in Fachklassen in Heilbronn absolvieren könnten, so Jäger.
Elmar Karg, für das Thema Milchwirtschaft zuständig, begrüßte die Sektorenuntersuchungen des Bundeskartellamts. Erzeugnisse dürften nicht unter Einstandpreis verkauft werden.
„Bauern am Pranger“
Er war es auch hörbar leid, dass immer wieder die Bauern am Pranger stehen, wenn irgendwo ein Thema hochgekocht wird. So hätten Antibiotika-Resistenzen nichts mit Rückständen in landwirtschaftlichen Produkten wie Fleisch zu tun. Denn die seien mit 99-prozentiger Sicherheit frei von Rückständen, so Karg. Dem Reizthema Massentierhaltung setzte er Zahlen gegenüber. In Deutschland gebe es im Schnitt 40 Kühe pro Betrieb, bei der Schweinemast seien es 180 bis 200 Tiere. Ob Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder von Düngemitteln, überall sei eine deutliche Reduktion festzustellen, erklärte Karg. Er wies auch darauf hin, dass Landwirte bestens ausgebildete Fachleute seien und sich ihrer Verantwortung bewusst.
Den neuen Kreisobmann nervt es, dass das Dispensierrecht für Tierärzte (Abgabe von Medikamenten) nach dem erklärten Willen von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner wegfallen soll. Bei akuten Erkrankungen könne es nicht sein, dass ein Landwirt auch noch nachts in irgendeine Apotheke fahren müsse. Dr. Alois Kling, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten, sprach unter anderem die erfreulichen Ausbildungszahlen an der Landwirtschaftsschule in Kempten ein (Freisprechung von 88 Landwirten).