Marie-Luise Wiedemann hatte die Idee zum «historischen Spiel». Angeregt von der erfolgreichen «Zeitreise» anlässlich des Stadtjubiläums vor zwei Jahren schlug sie Helmut Wiedemann vor, gemeinsam ein Stück zu entwickeln, das bei den Feiern anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Schulgebäudes aufgeführt werden sollte.
Für Helmut Wiedemann der richtige Anlass für eine solche Aufführung: «Schließlich hat jeder Lindenberger einen Bezug zu dieser Schule, die meisten haben sie besucht, viele haben ihre Kinder hier unterrichten lassen». In kleinen Episoden werden Schüler der dritten Klasse, aber auch Erwachsene, an besondere Zeiten der Schulgeschichte erinnern. Das beginnt aber nicht erst bei der Einweihung des Schulgebäudes vor 100 Jahren. Bis ins Jahr 1784 geht es zurück, als in Lindenberg die Schulpflicht eingeführt wurde.
Ausgeklammert wird im historischen Rückblick nichts, so erinnern zwei Episoden auch an die Zeit der Hitler-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges. Und auch an jene Zeit wird erinnert, in der der Unterricht in allen Fächern nach Konfessionen getrennt stattfand.
Mitgewirkt beim Entstehen des Stückes haben auch Stadtarchivar Günter Fichter und Artur Tronsberg. Letzterer hat eigens ein Musikstück komponiert. Seit Fasching proben die Schüler. Nun hat die «heiße Phase» begonnen: In dieser Woche trafen sich die 13 beteiligten Schüler zur ersten Abendprobe in der Aula der Grundschule. «Ein besonderes Erlebnis für die Kinder», stellte ihre Lehrerin Marie-Luise Wiedemann fest. Denn erstmals hatten sie auch Kontakt zum Regisseur des Stücks, Helmut Wiedemann.
Nach den Kindern waren die Erwachsenen an der Reihe: Hier stellte Wiedemann fest, dass einmal mehr die Frauen-Rollen schneller zu besetzen waren als jene der Männer: «Sie sind einfach zu schüchtern», scherzte er. Auf die Unterstützung der Eltern kann Marie-Luise Wiedemann setzen. Sie bringen die Kinder nicht nur zu ungewöhnlichen Zeiten zur Probe, sondern kümmern sich auch um die Kostüme. (owi)