Dazu passe auch das diesjährige Motto „Natürlich regional!“ Das gelte nicht nur im politischen und wirtschaftlichen Sinne: „Zum Leben gehören Emotionen, gehören das gemeinsame Feiern, gehört Geselligkeit – für uns Allgäuer die Allgäuer Festwoche“, meinte Netzer.
Netzer sang aber nicht blauäugig das Hohelied der Gemeinsamkeit in der Region. Nur zu sagen „Mir haltet zam“ oder „Mir san mir“ reiche nicht aus. „So einfach ist die Sache leider nicht“, spielte das Stadtoberhaupt auf die aktuellen Krawalle in London oder auch die ehedem in Paris an. Zusammenhalt gelinge oder misslinge zunächst in den Kommunen.
Täglich daran arbeiten
Der Zusammenhalt der Gesellschaft sei ferner die Basis für die erfolgreiche Entwicklung einer ganzen Region. „Und wir können dankbar feststellen, dass dieser Zusammenhalt gut funktioniert, es geht uns gut im Allgäu. Gerade deshalb sollte uns dies immer bewusst sein: Wir müssen täglich daran arbeiten, dass es so bleibt. Wenn wir gemeinsam aktiv unser Allgäu entwickeln, dann erreichen wir vielmehr, als wenn wir im Widerspruch zueinander stehen.“
Bayerns Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Dr. Beate Merk, blickte in ihrer Festrede auf 2005 zurück, als sie schon einmal die Festwoche eröffnet hatte. Damals hatte sie von Sternschnuppen gesprochen, die am Vorabend dieses größten Sommerfestes der Region am Himmel zu sehen waren. Und auch heuer bemühte sie das Bild dieses Himmelsereignisses und fügte hinzu: „Was ist schon ein Sternschnuppen-Spektakel im Vergleich zur Leuchtkraft der Allgäuer Festwoche?“ Launig gemeint, aber durchaus mit unverhohlener Be- wunderung für die Region und die Messe mitten in der Stadt Kempten.
30 000 Besucher mehr
Die Ministerin verzichtete auf Statistiken. Nur eine beeindruckende Zahl nannte sie: In den vergangenen zehn Jahren sei die Besucherzahl der Allgäuer Festwoche um 30000 gestiegen – ein rasanter Zuwachs. Das zeige, dass das „einmalige Konzept“ für junge und alte Besucher, mit Angeboten aus Handel und Handwerk, Industrie und Sport, Unterhaltung und Information, Tourismus und Landwirtschaft, Essen und Trinken bei den Menschen sehr gut ankomme.
Netzer nutzte nach Merks Ansprache die Gelegenheit, der Ministerin die offiziellen Bewerbungsun- terlagen Kemptens für den Standort des geplanten Museums der Bayerischen Geschichte zu übergeben – „wohl wissend, dass wir nicht im altbairischen Raum liegen ...“
Umrahmt wurde die Eröffnung der 62. Allgäuer Festwoche, die noch bis einschließlich 21. August dauert, von der Stadtkapelle Kempten unter anderem mit der Uraufführung des neuen Marsches „Auf geht’s zur Festwoche“ von Franz Watz. Einen weiteren musikalischen Mosaikstein steuerten Ensemble-

Mitglieder bei mit einem Medley der schönsten Melodien aus dem Musical „Ludwig 2 – der König kommt zurück“, das seit einigen Wochen in der Big Box Allgäu in Kempten läuft.