Die Polizei geht davon aus, dass sich die Zahl der bisherigen Delikte - zum Beispiel 27 Körperverletzungen (Vorjahr: 70) und 13 Sachbeschädigungen (100) - noch erhöht. Erfahrungsgemäß werde oft erst später Anzeige erstattet. Bereits bekannt sind allerdings folgende Fälle:
In Memmingen wurden die Beamten von einem besorgten Mann gerufen. Dieser hatte Silvesterraketen gezündet, von denen eine statt in den Himmel durch ein offenes Fenster in ein Haus flog. Der Mann wartete zunächst, ob Feuer ausbrach. Als nichts geschah, ging er, rief jedoch später - von schlechtem Gewissen geplagt - die Polizei.
Einen richtigen Fehlstart ins neue Jahr legte ein 17-Jähriger nahe Missen (Oberallgäu) hin. Der Praktikant war ohne Führerschein und betrunken mit einem Firmenfahrzeug seines Arbeitgebers unterwegs, als er von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte. Er verletzte sich schwer. Am Auto entstand mit rund 8000 Euro Totalschaden.
In Riezlern (Vorarlberg) endete eine Schlägerei beinahe tödlich. Dort wurden zwei pöbelnde Männer aus einem Lokal geworfen. Vor der Tür prügelten sie auf einen 50-jährigen Gast ein. Sie sollen ihn sogar mit Füßen getreten haben, als er schon am Boden lag. Der Mann musste nach dem Angriff reanimiert werden. Die beiden 20 Jahre alten Schläger flüchteten. Einer wurde wenig später in der Wohnung seiner Mutter festgenommen. Der andere wollte zu Fuß über die Grenze nach Deutschland und wurde im Zuge einer Fahndung verhaftet.
Bei einer Silvesterparty in Kempten wurde ein 26-Jähriger schwer verletzt. Bei einem Streit hatte ihn ein 25-Jähriger mit einem zerbrochenen Glas ins Gesicht geschlagen. Dabei erlitt er schwere Schnittverletzungen und musste wegen einer durchtrennten Arterie noch in der Nacht notoperiert werden.
Ein 47-jähriger Autofahrer mit 2,5 Promille wollte vor einer Blutentnahme im Krankenhaus flüchten. Dabei widersetzte er sich der Polizei massiv, wurde aber überwältigt. Zuvor hatte er die Zufahrtsschranke einer Firma in Biessenhofen (Ostallgäu) angefahren und war ebenfalls erfolglos geflohen.
In einem Briefkasten in Lindenberg (Westallgäu) sind alle enthaltenen Briefe verbrannt. Unbekannte hatten in der Neujahrsnacht einen Böller in den Postkasten am Stadtplatz geworfen. Die Polizei bittet um Hinweise unter 08391/92010.
In Neugablonz haben Unbekannte einen Böller auf ein parkendes Auto geschmissen und so dessen Frontscheibe gesprengt.