Der 22-jährige Altusrieder (Oberallgäu) ist derzeit in Andenes, einem 2600-Seelen-Dorf auf einer Insel, 30 Kilometer vor der Küste Norwegens, nördlich des Polarkreises - oder wie er es nennt: «am Ende der Welt». Seit Ende März arbeitet der Physikstudent dort bei der Atmosphären-Forschungsstation «Alomar» an seiner Bachelorarbeit.
Das Innere des achteckigen Gebäudes, das einsam auf einem Berg steht, beherbergt Laser und Teleskope. Bei gutem Wetter wird das Dach der Station geöffnet und mit dem Laser werden Messungen in der Erdatmosphäre durchgeführt. Nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island wurde mit dieser Technik bei «Alomar» auch Spuren der Vulkanasche in der Atmosphäre untersucht. «Nach dem Ausbruch und mit Beginn des Flugverbots war bei uns auf der Station die Hölle los», erzählt Kölbl.
Fernsehteams und Journalisten seien täglich vor Ort gewesen. «Die Wissenschaftler haben die Station 24 statt nur acht Stunden täglich besetzt und sobald das Wetter mitgespielt hat, das Dach geöffnet, Laser gestreut und die Daten an ein Netzwerk von Atmosphärenforschern geschickt», berichtet der Altusrieder.
Vier Flugzeuge bis zum Ziel
Eigentlich dachte er, dass seine mühsame Anreise schon mit das Aufregendste war. Dafür brauchte er nämlich einen ganzen Tag, flog mit vier verschiedenen Flugzeugen und am Ende musste sein Gepäck auch noch zurückbleiben und kam erst einige Tage später an. Nach diesem Abenteuer widmete er sich seiner Aufgabe für die Abschlussarbeit. «Ich versuche das Lidar, also den Laser, neu zu kalibrieren und damit die Messtechnik zu optimieren», versucht Kölbl das komplexe Thema zu erklären.
Seine Bachelorarbeit sei dann quasi Bau- und Betriebsanleitung.
Inzwischen ist nach der Aufregung um die Vulkanasche wieder Ruhe eingekehrt auf der Station, auf der normalerweise nur acht Leute arbeiten. Und auch sonst ist es ruhig in Andenes: Die nächste große Stadt ist mehr als vier Autostunden entfernt. Die Stille und Abgeschiedenheit stören den 22-Jährigen, der das Studentenleben in Konstanz gewohnt ist, aber nicht. «Ich fühle mich total wohl hier. Die Natur, die Polarlichter und die Mitternachtssonne faszinieren mich. Ich würde es auch ein Jahr aushalten», sagt er. Allein die Temperatur könnte das ein oder andere sonnige Gemüt angreifen. «Inzwischen ist Frühling, der Schnee ist seit ein paar Wochen weg und es hat jetzt zwei Grad über Null», berichtet der 22-Jährige.
Und das im Juni. Zwar gefalle es ihm sehr gut in Norwegen, doch auf den warmen Sommer im Allgäu nach seiner Rückkehr freue er sich trotzdem - und vor allem darauf, dass es nachts wieder dunkel wird.