Ein Berliner hatte am Flugplatz Durach bei Kempten ein Ultraleicht-Flugzeug gechartert und war – wie erst jetzt bekannt wurde – vor drei Wochen zusammen mit einem Passagier zu einem Alpenflug gestartet. Es war ein strahlend schöner Tag mit scheinbar idealen Wetterbedingungen. Hochgebirgsflüge stellen an Piloten allerdings besondere Ansprüche. Daher wird ihnen vor entsprechenden Flügen eine sogenannte Alpeneinweisung empfohlen.
Der Berliner, der seit vier Jahren eine Fluglizenz und etwa 100 Flugstunden Erfahrung hat, steuerte nach Süden bis zur Wildspitze in den Ötztaler Alpen. Unbestätigten Angaben zufolge machte zu dieser Zeit dort seine Frau eine Bergtour. Als der Pilot die Maschine relativ tief über den Gletscher Gepatschferner steuerte, geriet diese nach Angaben der italienischen Carabinieri in einen Abwind.
Ein örtlicher Experte meinte nach dem Unglück, die Windspitze sei bereits bei geringem Wind „a Luada“.
Schnee dämpft Aufprall
Trotz Vollgas ging es steil bergab, bis der Pilot alles nur noch weiß sah. Der Ultraleichtflieger klatschte in etwa 3200 Meter Höhe auf den Gletscher. Zum Glück für die Insassen wurde der Aufprall durch hoch liegenden Schnee gedämpft. Keiner der beiden wurde verletzt.
Der Pilot versuchte über Funk, Hilfe herbeizurufen, bekam jedoch keine Verbindung. Also stieg er aus und versuchte sein Glück ein Stück weiter weg mit dem Handy. Hier hielt ein Schutzengel das zweite Mal seine Hand über ihn, denn auf dem Gepatschferner gibt es etwa alle fünf Meter teilweise extrem tiefe Gletscherspalten.
Die beiden Verunglückten wurden schließlich nach einer dreiviertel Stunde von Helfern mit Rettungshubschraubern geborgen und nach Sölden gebracht.
Das demolierte Ultraleichtflugzeug wurde inzwischen mit Hilfe eines Hubschraubers abtransportiert, der vom Oberallgäuer Landeplatz Agathazell startete. Bei der Bergung wurden die Flügel abmontiert und einzeln weggebracht.