Einem aufmerksamen Beschäftigten der Kaufbeurer Stadtverwaltung war das Pärchen aufgefallen, als es sich gemeinsam in einer Toilette einschloss. Schon seit einigen Wochen sind die Mitarbeiter im Kaufbeurer Rathaus in erhöhter Alarmbereitsschaft. Mehrfach schon hatten Drogenkonsumenten Spritzenbesteck in öffentlich zugänglichen Toiletten zurückgelassen. Vor diesem Hintergrund verhielten sich der Mann und die Frau in der Toilette äußerst verdächtig - und der Rathaus-Mitarbeiter schlug Alarm. Er ließ die Polizei verständigen und holte mehrere Beschäftigte zusammen. Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse und der gerade anwesende Bauhofchef schlossen sich der Gruppe an. Gemeinsam warteten sie vor der verschlossenen Toilettentüre auf das Eintreffen der Polizei.
Als sich die Toilettentüre von Innen öffnete, wurde das Pärchen zur Rede gestellt. Der Mann gab unumwunden zu, mit seiner Partnerin Sex gehabt zu haben. «Da ist doch nichts dabei.» Das Paar wurde den wenig später eintreffenden Polizeibeamten übergeben. Diese fanden bei einer Durchsuchung der beiden Drogenersatzstoffe; die Ermittlungen dauern an. Die Stadtverwaltung verhängte ein Hausverbot gegen das Pärchen, das künftig nur noch bei nachweislichen Behördengängen das Rathaus betreten darf.
Die Kontrollen im Kaufbeurer Rathaus werden aufgrund des Vorfalls nicht verschärft, sagte der Leiter der Rechtsabteilung, Thomas Zeh. «Man sieht den Menschen ja nicht an, was sie vorhaben.» Die Mitarbeiter sollen aber weiter wachsam sein.