Dann dreht sich die Blondine um 180 Grad und geht Fuß vor Fuß setzend beschwingt wieder zurück zum Ausgangspunkt. «Das habe ich alles vom Fernsehen abgeguckt,» ruft die 21-Jährige, die mit ihren 1,50 Metern wahrlich nicht die übliche Körpergröße anderer Models hat. Dennoch war genau sie gefragt bei einer Modenschau vor wenigen Wochen in Zürich. Sie lief auf dem Catwalk vor rund 700 begeisterten Zuschauern, präsentierte mit 30 anderen jungen Leuten Mode des Schweizer Kaufhauses Jelmoli. Titel der Show: «Das Leben ist bunt». Hauptakteure: Menschen mit Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt. Menschen, die Zellen mit 47 und nicht wie sonst üblich 46 Chromosomen haben. Menschen, die als geistig behindert gelten. Menschen wie Teresa, die fröhlich und temperamentvoll sind.
«Teresa hat Lebensfreude pur», sagt ihre Mutter Margret Bresele-Frisch. Zielstrebig ist sie obendrein, denn Teresa hat sich nach eigenen Worten «total gewünscht, einmal Model zu sein». Bresele-Frisch unterstützte ihre Tochter, als sich die Gelegenheit dazu bot. «Mein Traum hat sich erfüllt, dank meiner Mutter», sagt die junge Frau und schmiegt zärtlich ihr Gesicht an die Hand ihrer Mama.
Das Gesicht von Teresa war schon vor der Show bekannt, zierte die Einladungen, Plakate und Flyer der Veranstaltung in Zürich. Fotografin Conny Wenk aus Stuttgart hatte das Foto bereits im Herbst vergangenen Jahres geschossen, als das deutsche Down-Syndrom-InfoCenter neue Gesichter für eine Werbekampagne suchte. Mutter Margret freut sich noch heute über ein Kompliment, das ihrer Tochter dort gemacht wurde.
«Die Fotografin hat gesagt, Teresa erinnere sie an die junge Heike Makatsch.» Das fanden offensichtlich andere auch.
Nachdem nämlich die Fotos von Teresa im Internet zu sehen waren, flatterte die Anfrage ins Haus der Frischs, ob Teresa als Model in Zürich dabei sein wollte. Und mehr noch: Teresas sollte das Gesicht der Show sein. Sie durfte sogar die Modenschau zusammen mit der Schweizer Fernsehmoderatorin Annina Frey eröffnen. «Die ist sehr groß, aber bildhübsch, kann ich mal sagen,» erkennt Teresa an. Die Oberallgäuerin, die bei den Allgäuer Werkstätten in Kempten arbeitet, genoss sowohl die Probe als auch den Auftritt mit fetziger Musik und vor vollem Haus.
Teresa hofft nun, dass es mit der Model-Karriere weiter geht und baut dabei auf Peyman Amin. Der frühere Juror der Fernseh-Casting-Show «Germanys next Topmodel» plant eine Modelinie für Menschen mit Down-Syndrom. «Ihnen sind meist Hosenbeine und Pulliärmel zu lang,» klärt Margret Bresele-Frisch über den Hindergrund auf. Und Teresa träumt von weiteren Auftritten auf großer Bühne: «Das ist meine Welt.»