Grund ist ein Streit um Formalitäten. Die Fahrer sind bei einer Personal-Leasing-Firma angestellt. Die UCI schreibt jedoch vor, dass die Athleten direkt beim Lizenznehmer angestellt sein müssen. Team-Manager Thomas Kofler will die Entscheidung nicht akzeptieren und reichte eine einstweilige Verfügung ein. Der Start für die heute beginnende Slowenien-Rundfahrt wurde abgesagt.
«Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Es ist ein seltsame Situation. Das Ganze nagt an der Psyche», sagt Sebastian Baldauf, der am Freitag per E-Mail von der Teamleitung informiert wurde. Der Bergspezialist steht seit einem halben Jahr bei den Vorarlbergern unter Vertrag und kann sich keinen Reim auf die Querelen machen: «Bislang hat alles sehr gut geklappt. Ich fühle mich wohl in diesem Team und bin vollkommen überrascht, von dem, was da jetzt abgeht.»
Vorarlberg-Corratec gilt als beste Radmannschaft in Österreich. Sie wurde vor elf Jahren gegründet und fährt Rennen in der weltweit zweithöchsten Kategorie («Professional Continental»), beispielsweise die Bayern-Rundfahrt. Saisonhöhepunkt sollte die in drei Wochen beginnende Österreich-Rundfahrt sein. Die Teilnahme kann allenfalls juristisch erstritten werden. «In den E-Mails der Teamleitung wird Optimismus verbreitet. Ob der berechtigt ist, kann ich nicht sagen», meint Baldauf.
Sowohl der Jungprofi als auch Routinier Sebastian Siedler wollen bis Ende der Woche abwarten. Sollte es beim Aus für ihr Team bleiben, werden sie sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Trotz der Sperre für ihr Team dürfen sie Rennen bestreiten. So startete Baldauf am Wochenende bei der deutschen U23-Meisterschaft kurzfristig für seinen Heimatverein RSV Sonthofen.
Mit seinem neunten Platz war er jedoch nicht zufrieden: «Da war mehr drin. Aber ich war durch den ganzen Trubel nicht richtig bei der Sache.»
Dominik Nerz stürzt
Glück im Unglück hatte derweil der beste Allgäuer Radfahrer Dominik Nerz (21) vom Team Milram. Der Wangener überstand einen schweren Sturz bei der Tour de Suisse ohne bleibende Schäden. Der Westallgäuer war nach einer Abfahrt, bei der die Fahrer Tempo 80 drauf hatten, in einer Kurve ins Schleudern geraten und gegen ein Verkehrsschild geprallt. «Bis auf Prellungen und Schürfwunden ist alles okay», sagte Nerz gestern. Die Tour de Suisse ist dennoch für ihn beendet. Statt dessen soll er bei einem Rennen in Holland wieder Tritt fassen.