Die Anstrengungen waren Kosgei wenige Minuten nach der Ankunft im Ziel kaum mehr anzumerken: Schon wieder erholt, berichtete der Kenianer, dass er glücklich sei. «Nicht nur, weil ich gewonnen habe: Am Dienstag fliege ich für ein paar Wochen zurück nach Kenia zu meiner Familie», verriet der Sieger, der im vergangenen Jahr erstmals einen Marathon gelaufen ist. In der Heimat steht hartes Training auf dem Programm: Denn im September kommt Kosgei zurück nach Deutschland und hat hier noch Großes vor: Er will in Bregenz beim Marathon einen neuen Rekord aufstellen. «Ich denke, dass ich 2:13 Minuten laufen kann», sagte er.
Zufrieden mit seinem Rennen war auch Brack: Ab Kilometer zwei war der in Buchenberg lebende Athlet allein unterwegs und überraschte mit seiner Zeit vor allem sich selbst. «Ich dachte nicht, dass es so gut läuft», so Brack. Vor Kurzem erst hatte er sein Training komplett umgestellt, um so als Berufstätiger und bald zweifacher Familienvater seinem Hobby weiter treu bleiben zu können. «Ich trainiere jetzt viel weniger - laufe aber viel bessere Zeiten», fasste der 30-Jährige erfreut zusammen. Füssens Seriensieger Marco Diehl musste sich in diesem Jahr mit Platz fünf begnügen.
Nach einem Rad-Sturz Rad unter der Woche hatte der 41-jährige Hesse aus Butzbach gestern erhebliche Probleme. «Ich bin schon über 80 Marathons gelaufen. Der heute war mein schlimmster», sagte Diehl. Nach 30 Kilometern machte ihm seine Verletzung im Oberschenkelmuskel deutlich zu schaffen. «Ich bin heute mehr ins Ziel gehumpelt.» Das reichte immerhin, um mit Siegerin Rutto anzukommen. In 2:43,14 Minuten verbesserte die Kenianerin die Bestzeit in Füssen um gut sieben Minuten. Die Rekorde kommen die Organisatoren teuer zu stehen: Gut 1500 Euro an zusätzlichen Prämien zahlte Chef Herbert Hiemer aus.
Der 53-Jährige zog ein positives Fazit des Wochenendes, an dem neben dem Marathon und dem Citylauf auch ein Halbmarathon und verschiedene Kinderrennen stattfanden: «Trotz des katastrophalen Wetters am Samstag waren die Teilnehmerzahlen und die Stimmung gigantisch.» Insgesamt verbuchte Füssen rund 1600 Läufer aus verschiedenen Ländern. (map)