Die Bombe platzte im Frühjahr. Rund 50 Millionen Euro weniger im Kreisetat und veränderte Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen veranlassten den Landkreis als Gesellschafter der OSK dazu, die Krankenhäuser auf den Prüfstand zu stellen (wir berichteten). In einem Eckpunktepapier wurden fünf Modelle beschrieben - eines davon sieht die Schließung der Häuser in Leutkirch und Isny vor. Seither kämpfen die Allgäuer um ihre Standorte. Gemeinsam mit Bürgerinitiativen haben sie zumindest ein Etappenziel erreicht: Bei der jüngsten Kreistagssitzung wurde ein sechstes Modell - das des Klinikums Allgäu - präsentiert.
Notfallpraxen einrichten
Bis Ende Juni nun muss die OSK um Geschäftsführerin Elizabeth Harrison ein Konzept vorlegen, das auch die Möglichkeit zur Einrichtung von Notfallpraxen durch niedergelassene Ärzte an allen OSK-Standorten aufzeigt. Der Kreis hat zudem die Zukunftsentwicklung an den Standorten St. Elisabeth und Heilig-Geist-Spital in Ravensburg sowie Wangen festgezurrt. St. Elisabeth wird demnach medizinisches Schwerpunktkrankenhaus bleiben. In Wangen soll die Regelversorgung erhalten und gestärkt werden.
In Leutkirch und Isny waren die Menschen geschockt, als von Klinikschließungen die Rede war.
Denn noch heute ist auf der Internetseite der OSK zu lesen: «Mit den Krankenhäusern in Leutkirch und Isny bekennt sich die OSK zur flächendeckenden und wohnortnahen Versorgung im zweitgrößten Landkreis Baden-Württembergs. Die Leistungsspektren beider Häuser sind aufeinander abgestimmt und ergänzen sich. Um die einzelnen Standorte zu stärken, hat jedes Haus der OSK sein eigenes Profil erhalten, indem medizinische Schwerpunkte und Spezialdisziplinen eingerichtet wurden. Am Krankenhaus in Leutkirch liegt der Schwerpunkt in der Inneren Medizin, in Isny in der Chirurgie.»
Zumindest in Leutkirch ist Oberbürgermeister Hans-Jörg-Henle gedämpft optimistisch: «Leutkirch hat gute Argumente, damit das Haus bestehen kann», sagt er. Gut 24 Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren investiert, Leutkirch ist ein gut funktionierendes, modernes Krankenhaus. Bei einer Schließung müsste der Kreis vermutlich Fördergelder in Millionenhöhe ans Land zurückzahlen. Auch Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter gibt die Hoffnung nicht auf. Mit dem sechsten Modell sei man einen ganzen Schritt vorwärtsgekommen, jetzt gelte es, Fleisch an die Sache zu bringen. Für das Fleisch ist nun die OSK zuständig, die in Verhandlungen mit Ärzten als mögliche Kooperationspartner getreten ist. Die endgültige Entscheidung darüber, was in Leutkirch und Isny passiert, wird bei der nächsten Kreisttagssitzung am 20. Juli fallen.