Das Auswärtige Amt geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass sich das Mädchen in Ägypten aufhält. Man stehe in engem Kontakt mit den dortigen Behörden. Informationen, nach denen das Kind derzeit bei Verwandten des inhaftierten Vaters (35) ist, wollte die Sprecherin weder bestätigen noch dementieren.
«Wir wissen lediglich, dass der Mann weiter inhaftiert ist», sagte der Leitende Kemptener Oberstaatsanwalt Herbert Pollert.
Todesstrafe droht
Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes in Ägypten droht dem Mann die Todesstrafe. Möglich wäre aber auch eine Auslieferung des Mannes nach Deutschland, wo er sich dann vor dem Kemptener Landgericht wegen Mordes oder Totschlags zu verantworten hätte.
Die Kemptener Kripo und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Ägypter vermutlich am 8. September oder davor seine Frau umgebracht und die Leiche in der Sickergrube des gemeinsamen Hauses in Jengen versteckt hat.
Gegen 10.30 Uhr an diesem Tag soll er die Tochter vom Kindergarten abgeholt haben und sich mit ihr zusammen über München nach Ägypten abgesetzt haben. Lange hatten Verwandte und Bekannte der Getöteten geglaubt, die Familie sei in Ägypten im Urlaub. Am 17. Oktober fand die Polizei dann die Leiche der Frau. Zuvor hatte sich der Ägypter noch telefonisch bei der Mutter der Getöteten im Ostallgäu gemeldet. Er brauche Geld, weil seine Frau in einen Autounfall verwickelt sei. Letztmals rief er am 16. Oktober an. Er bat erneut um viel Geld, da seine Frau entführt worden sei. Zu diesem Zeitpunkt aber war sie längst tot.
Das Kaufbeurer Amtsgericht hatte dem Vater nach der Flucht das Sorgerecht entzogen und dieses einem Rechtsanwalt übertragen.