Ist es richtig, dass Ponys bei der Erfindung des Krolfsports in Deutschland eine wesentliche Rolle gespielt haben?
Gross: Das kann man so sagen. Mein Vater Albert und ich hatten unsere Ponys verschenkt. Dann standen wir auf der nutzlosen Weide hinter dem Hotel herum und überlegten, was wir wohl mit dem Stück Grünland anfangen könnten. Für einen Golfplatz waren die 8000 Quadratmeter zu klein. Eine Minigolfanlage gab es schon in Hindelang.
Und dann?
Gross: Wir haben mit ein paar alten Krocketschlägern einen Hockeyball auf ausgedachte Löcher gespielt. Das machte Spaß. Und wir dachten, das könnte auch unseren Gästen gefallen.
Fehlte aber noch der Name....
Gross: Wir überlegten: Etwas zwischen Golf und Minigolf, nur mit Krocketschlägern - also müsste es Krolf heißen. Wir haben das Wort im Internet eingegeben und festgestellt, in Dänemark gab es diesen Sport schon.
Sie haben den Sport quasi ein zweites Mal erfunden?
Gross: Ja, aber wir nahmen dann Kontakt mit den Dänen auf - und die waren begeistert darüber, dass wir in Deutschland einen Krolf-Verein gründen wollten. Und prompt wurden mein Vater und ich zur Weltmeisterschaft nach Dänemark eingeladen. Die spielten die Dänen bis dahin quasi unter sich aus. Mein Vater ist bei dem Turnier übrigens auf Anhieb gleich zweitbester Deutscher geworden...
Hinter Ihnen?
Gross: Genau! (lacht)
Was macht Krolf so reizvoll?
Gross: Es ist leichter und billiger als Golf. Schläger und Ball kosten zusammen nur 20 Euro. Darüber hinaus kann es wirklich jeder lernen, es gibt keine umständlichen Vorschriften und keine Etikette. Krolf hat absolut das Zeug zum Trendsport.
Sie sind Präsident des 1. Deutschen Krolf-Vereins. Welche Ziele haben Sie sich für die Entwicklung des Sports gesteckt?
Gross: Natürlich habe ich mir darüber schon Gedanken gemacht. Ich denke Krolf sollte 2016 olympische Sportart sein...
Im Ernst?
Gross: Na ja, vielleicht schaffen wir es auch erst für Olympia 2020. (lacht)
Am 10. Juli findet auf ihrem neuen Platz die 4. Deutsche Krolfmeisterschaft statt. Welche Chancen rechnen Sie sich aus?
Gross: Im Jahr 2008 war ich Deutscher Meister, 2009 dann Vize-Meister - ich hoffe nicht, dass sich der Trend fortsetzt. Wenns nicht klappt, bleibt mir aber noch Zeit: Die erste Deutsche Meisterin war 81 Jahre alt.
Na dann: Gut Holz! Oder wie sagt man?
Gross: Wir sagen einfach: Hau rein!
www.krolf.de www.luitpoldbad.de