Rainhard Riepertinger aber hat längst gezeigt, dass er solchen Worten auch Taten folgen lässt. Das war schon bei früheren Stationen des leidenschaftlichen Ausstellungsmachers der Fall. Etwa in Kempten, wo er Mitte der 90er Jahre mit neuen Konzepten den Mief aus den Museen blies. Nun steht die nächste Großtat an: Riepertinger organisiert die Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte mit dem Titel «Bayern - Italien». Ab 21. Mai werden die vielfältigen Beziehungen zwischen beiden Ländern in einer umfangreichen Schau in Füssen und in Augsburg dargestellt.
Deshalb ist der 53-jährige Kemptener auch immer öfter im ehemaligen Kloster St. Mang inmitten von Füssen zu finden. Es ist zugleich Schauplatz und Exponat der Landesausstellung. In den gerade renovierten Räumen werden in diesen Tagen die ersten Möbel eingebaut, bald werden die rund 200 Ausstellungsstücke angeliefert. «Wenn sich die Konzepte und Pläne in Realität verwandeln, ist das die schönste Phase für den Ausstellungsmacher», sagt Riepertinger. Und ergänzt lächelnd: «Schön und stressig.»
Seit etwa drei Jahren befassen sich Riepertinger und sein Team mit dieser Großschau, die 100000 Besucher allein nach Füssen locken soll. Erst nahmen sie die Beziehungen zwischen Italien und Bayern nach wissenschaftlichen Kriterien unter die Lupe - vor allem mittels Literatur und Internet. Dann galt es, Exponate aus Museen, Kirchen, Archiven und privaten Leihgebern zu organisieren.
Eine Sache, für die ein langer Atem und persönliche Kontakte wichtig sind. Nicht nur Bekanntes, sondern auch Unbekanntes wollte Riepertinger auftreiben.
Parallel dazu konzipierte er die Ausstellung. Dabei wendete der promovierte Historiker die Methode «Learning by doing» an. Riepertingers Credo: «Wir müssen auf den Kopf und auch auf den Bauch der Besucher zielen - nur so entsteht Spannung.»
Spannung ist ein Wort, das immer wieder fällt. Vorbei sind für Riepertinger die Zeiten, als man alleine der Kraft der Ausstellungsstücke vertraute und sie kurzerhand in Vitrinen stellte, versehen mit ellenlangen Texten. «Heutzutage muss man mit Farbe arbeiten, mit Licht, Tönen, Bildschirmen. Die Besucher erwarten eine optische Perfektion, ein Seherlebnis».
Alle Sinne sollen angesprochen werden. Andererseits dürfen Ausstellungen nicht zum Disneyland werden, warnt er. «Schließlich wollen wir etwas vermitteln.»
Um Geschichte auf solche Weise lebendig zu machen, benötige man neben Geld (das Budget in Füssen umfasst 1,5 Millionen Euro) vor allem Kreativität. Riepertinger, im Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg stellvertretender Chef und Referatsleiter, hat dazu ein Team von vier Mitarbeitern sowie eine Handvoll Berater und Spezialisten um sich geschart. «Man braucht die Ideen von allen.»