
Bei Schweinen von neun Höfen aus dem Allgäu und der Region Ulm wurde Chloramphenicol – ein verbotenes Antibiotikum – im Urin nachgewiesen. Dem Vernehmen nach fielen zwar nur vereinzelte Testergebnisse positiv aus.
Trotzdem sollen 11 900 Tiere aus dem Verkehr gezogen werden. Zu dem Testverfahren bestätigt LGL-Sprecherin Claudia Schuller, dass Stichproben genommen werden: „Wie viele Schweine je Betrieb untersucht werden müssen, wird immer anhand komplexer statistischer Berechnungen ermittelt.“ Dabei seien Faktoren ausschlaggebend, wie zum Beispiel, ob alle Tiere das gleiche Futter erhalten haben.
Bei zwölf Höfen fielen die Testergebnisse negativ aus. Die Betriebe wurden freigegeben. Bei fünf Höfen müssen weitere Tests durchgeführt werden. Das Antibiotikum wurde hier lediglich im Futter und nicht im Urin der Schweine festgestellt.
Bei neun Betrieben waren die Urinproben einiger Schweine positiv. „Diese Tiere dürfen nicht in die Lebensmittelkette gelangen“, betont Schuller: „Der Verbraucherschutz hat oberste Priorität.“ Denn Chloramphenicol darf nicht an Tiere verfüttert werden, die der Lebensmittelgewinnung dienen.
Das Breitbandantibiotikum könne in seltenen Fällen das Knochenmark schädigen. Das gelte allerdings nur für die Anwendung als Arzneimittel beim Menschen.
Unsachgemäße Entsorgung
Ob nun tatsächlich die kompletten Bestände der neun Höfe nicht mehr verkauft werden dürfen, weil einzelne Schweine positiv getestet wurden, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Firma Ehrmann hat angekündigt, betroffene Landwirte zu entschädigen. Das Chloramphenicol war durch unsachgemäße Entsorgung in das Futtermittel gelangt.