Michael Stoiber und Erwin Marschall sind die Geschäftsführer dieser Gesellschaft. Der Landkreis hat sie im Jahr 2002 gegründet, um das Regionalmanagement zu professionalisieren. Seither hat sich die Unterallgäu Aktiv zu einer Expertentruppe entwickelt, die genau weiß, wie Geld aus Brüssel ins Unterallgäu kommt. Über 50 Vorhaben habe man seit der Gründung umgesetzt, berichtete Stoiber.
Unterallgäu Aktiv steckt in vielen bekannten Projekten: in der Wanderwege-Beschilderung beispielsweise, im Radwegeportal, der Streuobstkartierung oder den Allgäuer Herbstmilchwochen. Viele wissen das nicht, das ist auch den Akteuren aufgefallen.
In Bad Wörishofen haben sie deshalb versucht, eine große Gästeschar aus Kommunalpolitik, Bildungswesen und Vereinsleben für die Arbeit der Gesellschaft zu begeistern - und für die Mitarbeit. Ideen seien gefragt, am besten solche, die von den Bürgern selbst entwickelt werden. Als «gutes aktuelles Beispiel» dafür nannte Stoiber den geplanten Umbau der ehemaligen Fellheimer Synagoge zum Kulturhaus. Das könnte mit EU-Mitteln gefördert werden.
«Es ist noch jede Menge Geld da»
«Was im Unterallgäu passiert, kann sich in Bayern sehen lassen», lobte Joseph Köpfer vom Landwirtschaftsministerium. Er ist landesweit für die Vergabe der sogenannten «Leader plus»-Mittel der EU zuständig. Auch er ermunterte die Zuhörer: «Es ist noch jede Menge Geld da; machen Sie die Schubladen auf und holen Sie die Projekte raus.»
Die Unterallgäu Aktiv GmbH selbst hat einen jährlichen Etat von 190000 Euro für ihre Arbeit, sagt Stoiber. Das Geld bringt zum größten Teil der Landkreis auf, 50000 Euro steuert die EU bei. Weitere Gesellschafter sind die Städte Bad Wörishofen und Mindelheim sowie Ottobeuren, Babenhausen und Bad Grönenbach. Der GmbH geht es um regionale Landentwicklung, Freizeit- und Tourismusmarketing, Wirtschaftsförderung und Werbung für den Standort Unterallgäu.
Deutlich wurde an diesem Abend auch, dass die GmbH über diese Aufgaben hinaus Dreh- und Angelpunkt für alle Bereiche des öffentlichen Lebens sein will. Tourismusexpertin Kathrin Rietzler berichtete beispielsweise, dass die GmbH intensiv daran arbeite, das «angestaubte Image» der Kneippkur aufzupolieren. «Wir wollen das Thema positiver besetzen», sagte Rietzler.
Schließlich ist die Gesellschaft auch für die Entwicklung und Vermarktung des «Aktivpark Kneippland Unterallgäu» zuständig. Unter diesem Titel habe man bestehende und neue Einrichtungen im Unterallgäu gebündelt, so Rietzler.
Mittelbegrenzung aufgehoben
Insgesamt sind derzeit rund 530000 Euro an EU-Fördermitteln im Unterallgäu gebunden, berichtete Geschäftsführer Stoiber. Unlängst wurde die Mittelbegrenzung aufgehoben. Das bedeutet, dass nun auch mehr als 1,3 Millionen Euro ins Unterallgäu fließen könnten. Vorausgesetzt, es gibt genügend Ideen für Projekte.